Bildungsnetzwerk soll Nachhaltigkeitsgedanken fördern

"Der verantwortungsvolle Umgang mit den natürlichen Lebensgrundlagen wird zur Überlebensfrage moderner Gesellschaften. Wir wollen deshalb die Prinzipien nachhaltiger Entwicklung noch stärker im Bildungssystem und im öffentlichen Bewusstsein verankern. Der Bildungsarbeit in und außerhalb der Schulen kommt dabei eine Schlüsselrolle zu." Dies erklärten Kultusminister Helmut Rau MdL, Umweltministerin Tanja Gönner und der Minister für Ernährung und Ländlichen Raum, Peter Hauk MdL, anlässlich der Vorstellung des Aktionsplans "Bildung für nachhaltige Entwicklung" am Freitag in Stuttgart.

02.12.2005 Baden-Württemberg Pressemeldung Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg

Mit dem Aktionsplan beteiligt sich die Landesregierung an der Umsetzung der von den Vereinten Nationen (VN) für die Jahre 2005 bis 2014 ausgerufenen Weltdekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung". Im Aktionsplan sind derzeit über 60 kurz- und mittelfristige Maßnahmen zusammengefasst, die vom Land und der Stiftung Naturschutzfonds finanziert werden. Die Aktivitäten reichen vom Einsatz von Ökomobilen über die Erstellung von Leitfäden zum Klimaschutz bis hin zu Fortbildungsmaßnahmen.
Es gebe bereits viele Bildungsprojekte zur nachhaltigen Entwicklung auf lokaler und regionaler Ebene, betonten Rau, Gönner und Hauk. 21 Projekte aus Baden-Württemberg seien vom deutschen Nationalkomitee der VN-Dekade als offizielle Dekade-Projekte ausgezeichnet worden. Ziel müsse es jetzt sein, die Aktivitäten miteinander zu verbinden. Dazu solle der Aktionsplan beitragen, der als dynamischer und offener Prozess angelegt sei. Die Minister forderten Verbände, Kommunen, Stiftungen und Unternehmen auf, gemeinsam mit der Landesregierung ein Bildungsnetzwerk "Nachhaltigkeit lernen" zu knüpfen. Der Nachhaltigkeitsgedanke solle sich zukünftig wie ein "roter Faden" durch die gesamte Bildungsarbeit in Baden-Württemberg ziehen.

Rau: Schulen sollen sich mit Projekten an VN-Dekade beteiligen

Der Schule komme als Multiplikator der Prinzipien nachhaltiger Entwicklung eine besondere Aufgabe zu, betonte Kultusminister Rau. "Junge Menschen sollen lernen, verantwortungsbewusst mit den natürlichen Ressourcen umzugehen, damit unsere Welt auch für künftige Generationen noch lebenswert ist." Nachhaltigkeit sei als Leitthema ein integraler Bestandteil der unterschiedlichen Fächer und Fächerverbünde an allen allgemein bildenden Schulen. Der Kultusminister ermutigte die Schulen, sich mit eigenen Projekten an der Dekade der Vereinten Nationen zu beteiligen und dabei mit außerschulischen Partnern zu kooperieren. Rau und Gönner verwiesen darüber hinaus auf das Schülermentoren-Programm im Bereich des Natur- und Umweltschutzes. Die Aktivitäten der Schülermentoren reichen von der Erarbeitung eines Energiesparprogramms für die Schule über die Anlage von Schulgärten bis zur Durchführung von Artenschutzaktionen.

Gönner: Über Bildung für nachhaltige Entwicklung sensibilisieren

In diesem Schuljahr beteiligten sich landesweit 20 Schulen an dem seit fünf Jahren laufenden Schülermentoren-Programm, das mit insgesamt 40.000 Euro vom Land gefördert wird, erläuterten Umweltministerin Tanja Gönner und der Minister für Ernährung und Ländlichen Raum, Peter Hauk MdL. Zurzeit werden 40 junge Menschen zu Schülermentoren ausgebildet. Bildung für eine nachhaltige Entwicklung sei allerdings eine Querschnittsaufgabe, betonte Gönner. "Wir müssen auf verschiedenen Ebenen ansetzen, um die junge Generation zu sensibilisieren." Ein stark Ressourcen verbrauchender Konsum- und Lebensstil sei nicht zukunftsfähig. Das Umweltministerium habe deshalb in Zusammenarbeit mit dem Kultusministerium etliche Schulprojekte durchgeführt, um junge Menschen für den Nachhaltigkeitsgedanken zu gewinnen. Als Beispiel nannte Gönner die Aktion "Klimafreundliche Schule", das Förderprogramm "Schule auf Umweltkurs" und das Modellprojekt "Nachhaltigkeitsindikatoren für Schulen", das ebenfalls als Dekaden-Projekt der Vereinten Nationen ausgezeichnet worden sei. Die Umweltministerin verwies auch auf die 1987 gegründete Akademie für Umwelt- und Naturschutz Baden-Württemberg, deren ausschließlicher Auftrag die Bildungsarbeit sei. Die Akademie biete jährlich rund 400 Seminare und Veranstaltungen im ganzen Land an.

Hauk: Nachhaltige Bildung muss zu Bildungsschwerpunkt werden

Der Minister für Ernährung und Ländlichen Raum, Peter Hauk, unterstrich die Bedeutung des Netzwerkgedankens bei der Umsetzung der VN-Dekade. "Der Aktionsplan ist eine gute Grundlage, um alle relevante Akteure einzubinden. Wenn Verbände, Kommunen, Stiftungen und Unternehmen an einem Strang ziehen, kann die Bildungsdekade der Vereinten Nationen zu einem Glanzlicht baden-württembergischer Bildungspolitik werden", ist sich Hauk sicher. Dass Kooperationen gute Ergebnisse mit sich brächten, belege die Praxis. Der Minister nannte als Beispiele das Netzwerk Naturschutz, das als Dekade-Projekt ausgezeichnet worden sei, die Einrichtung von Naturerfahrungsräumen, die Ausbildung von LIFE-Guides und das NATURA 2000-Klassenzimmer. Eine herausragende Rolle im Prozess der Netzwerkbildung kann nach Ansicht Hauks die "Stiftung Naturschutzfonds" übernehmen. Die Stiftung bringe sich seit über 27 Jahren in die Bildungsarbeit ein und könne auf Erfahrungen aus über 2.700 Projekten zurückgreifen.


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