Bücher und moderne Medien verbinden
Kultusministerin Karin Wolff startet im Rahmen der diesjährigen Buchmesse Frankfurt das Innovationsprojekt Mobiles Lernen gemeinsam mit dem Hessischen Landkreis- und Städtetag sowie den Vertretern der Partnerunternehmen wie Brockhaus Duden, Hewlett-Packard und InvestitionsBank Hessen.
11.10.2004 Hessen Pressemeldung Hessisches Ministerium für Kultus, Bildung und ChancenIm Rahmen der Medieninitiative Schule@Zukunft wurden in den Jahren 2001 bis 2003 alle hessischen Schulen mit Computerräumen und Internetzugängen ausgestattet. "Damit haben wir landesweit eine solide Grundlage für den Einsatz moderner Medien im Unterricht geschaffen", so Wolff. Die nunmehr angestrebte Verbreitung mobiler Geräte soll mehr Flexibilität, bessere Verfügbarkeit und Wirtschaftlichkeit ermöglichen. Wenn Schüler über eigene Arbeitsgeräte verfügen, können stärker individualisierte Unterrichtsformen unterstützt und häusliches und schulisches Lernen besser miteinander verknüpft werden.
Die Buchmesse ist für Wolff "der ideale Ort zur Vorstellung der neuen Initiative". Der Computer könne und werde das Buch nie ersetzen, "aber er ist ein hervorragendes Mittel zur Arbeits- und Lernunterstützung auch an unseren Schulen". Mit dem Einzug des PCs in den Schulen habe das Lernen, Üben und Wiederholen im Unterricht und bei den Hausaufgaben einen technischen Partner gefunden, der jedoch, davon ist Wolff überzeugt, "das Lernen nicht überflüssig macht und die pädagogische Arbeit der Lehrkräfte nicht zurückdrängt".
Die Kampagne bietet ein Gesamtpaket aus den Bereichen Hardware, Content, Software, Support, Finanzierung und Lehrerfortbildung für den multimedialen Unterricht an. "Wir engagieren uns mit den Marken Brockhaus und Duden schon seit einigen Jahren verstärkt in den Schulen - sowohl regional als auch auf Bundesebene und möchten die Nutzung digitaler Medien in Schulen weiter fördern", erklärt Hans Huck-Blänsdorf, Geschäftsführer der Brockhaus Duden Neue Medien GmbH. "Mit unserem multimedialen Lexikon - dem Brockhaus multimedial -, ergänzenden Online-Angeboten und digitalen Wörterbüchern von Duden eröffnen wir den Schülern neue Wege der Wissenserschließung, die für ihre Zukunftschancen immer wichtiger werden."
Seitens der IT-Wirtschaft engagieren sich Unternehmen wie Hewlett Packard, Intel und Dr. Kaiser Systemhaus. Für Stephan Wippermann, Vice President Hewlett Packard, ist Bildung ein Zukunftsthema: "Wir haben neben den wirtschaftlichen Interessen auch eine sozialethische Aufgabenstellung in der Gesellschaft zu erfüllen." Reflektierend auf die besonderen Herausforderungen der deutschen Gesellschaft, den Einsatz der Ressource Bildung weiterzuentwickeln, hat Hewlett-Packard ein besonderes IT-Konzept für Schulen und Schulträger entwickelt, das bereits im Rahmen von Schule@Zukunft in drei hessischen Landkreisen umgesetzt wird. "Deshalb ist ein weiterer logischer Schritt die Bildungskampagne Mobiles Lernen, um in Kooperation zwischen Staat und Wirtschaft moderne Medien in den Schulen zu etablieren. Neben der IT-Hardware werden Innovationen wie das Net Education Center in diese Partnerschaft eingebracht", unterstreicht Wippermann das Engagement seines Unternehmens.
Mobiles Lernen bietet ein Fortbildungspaket für Lehrkräfte mit geeigneter Lernsoftware für Unterrichtsfächer wie Deutsch, Mathematik, Englisch, Naturwissenschaften an, die inhaltlich besonders auf Didaktik und Methodik ausgerichtet sind. Die beabsichtigte Erweiterung auf alle Schulformen in den nächsten Jahren werden mit den Kampagnenpartnern und dem Amt für Lehrerausbildung begleitet und evaluiert.
Dem Land Hessen ist es bundesweit erstmals gelungen, in Kooperation mit der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und der Investitionsbank Hessen (IBH) ein Finanzierungsmodell mit zinsgünstigen Darlehen für Schüler-Laptops zu entwickeln. "Für die hessischen Landkreise als Schulträger ist die IT-Ausstattung unserer Schulen eine große finanzielle Herausforderung. Pädagogische Forderungen wie die tägliche Nutzung von PC, Internet und Lernsoftware wie auch die Schulbücherei sind durchaus nachvollziehbar. Mobiles Lernen eröffnet uns völlig neue Perspektiven", betont Peter Walter, Vorsitzender des Schul- und Kulturausschusses und Landrat des Kreises Offenbach. In Anlehnung an den Aktionsplan "eLearning" der Europäischen Kommission sieht Landrat Walter die Wirkung der Kampagne bis 2007 sehr positiv und erhofft sich einen deutlichen Schub mit der Unterstützung der Eltern in der IT-Ausstattung von Schulen. Damit verbunden erwartet Landrat Walter eine Stärkung des Wirtschaftsstandortes Hessen.
Die Erprobung des Finanzierungsmodells startet gemeinsam mit den hessischen Schulträgern und Schulen. "Es handelt sich um einen Testlauf, bei dem die InvestitionsBank Hessen AG (IBH) das Land gerne unterstützt. Eltern soll die Alternative eines sehr zinsgünstigen Darlehens gegenüber dem Kauf des Laptops angeboten werden. Gemeinsam mit der KfW und einer Landesgarantie wollen wir ein neues schlankes Verfahren erproben. Wenn es klappt, ein Muster für weitere Vorgehen", unterstreicht Dr. Matthias Kollatz-Ahnen, Vorstandsmitglied der IBH, den bundesweit erstmaligen Ansatz.
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