Bulmahn: "Der gemeinsame europäische Hochschulraum braucht verbindliche Qualitätsmaßstäbe"
Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn erwartet von der Bologna-Folgekonferenz im norwegischen Bergen die grundsätzliche Verständigung auf die Entwicklung verbindlicher Qualitätsmaßstäbe, um die Studiengänge in ganz Europa vergleichen zu können. "Diese Aufgabe müssen dann die unabhängigen Akkreditierungsagenturen übernehmen, die derzeit die neuen Studiengänge zulassen", sagte Bulmahn vor ihrer heutigen Abreise zu der Konferenz von insgesamt 45 Bildungsministerinnen und Bildungsministern am 19. und 20. Mai. "Nur so kann sich Europa als Ganzes international beim Wettbewerb um die besten Köpfe an der Spitze halten."
18.05.2005 Pressemeldung Bundesministerium für Bildung und ForschungBulmahn weiter: "Die Vision, dass Studierende innerhalb Europas mühelos die Hochschule wechseln und überall ihre Abschlüsse erwerben können, wird Wirklichkeit." Besonders optimistisch stimme sie, dass bei Studierenden und Arbeitgebern die Akzeptanz der neuen Studiengänge deutlich gewachsen sei. In diesem Zusammenhang verwies die Ministerin auf die Initiative "bachelor welcome", der sich mittlerweile rund 40 führende Unternehmen angeschlossen haben.
Bulmahn wies darauf hin, dass Deutschland als einer der ersten Bologna-Mitgliedsstaaten einen nationalen Qualifikationsrahmen für deutsche Hochschulabschlüsse ausgearbeitet habe und auf der Konferenz in Bergen einbringen werde: "So werden Profile und Kompetenzen der jeweiligen Qualifikationsstufen klar definiert. Das dient der Transparenz für Studierende, Arbeitgeber und Hochschulen. Weitere Anstrengungen muss Deutschland bei der flächendeckenden Einrichtung und Akkreditierung von Bachelor- und Masterstudiengängen unternehmen. Erst rund ein Drittel der insgesamt mehr als 2.900 neuen Studiengänge sind schon akkreditiert worden. Bund und Länder müssen hier an einem Strang ziehen."
Bulmahn hob die Bedeutung der sozialen Dimension bei der Schaffung eines europäischen Hochschulraumes besonders hervor. "Unser BAföG-System ermöglicht seit 2001, dass Studierende, wenn sie ein Jahr in Deutschland studiert haben, mit dieser Förderung ihr Studium innerhalb Europas fortsetzen können. Langfristig muss die Frage der Studienfinanzierung für Auslandsaufenthalte auch auf europäischer Ebene koordiniert werden", sagte die Bundesbildungsministerin. Bulmahn begrüßte es ausdrücklich, dass die Sozialpartner als beratende Mitglieder in den Bologna-Prozess mit einbezogen werden.
"Der europäische Hochschulraum gewinnt weiter an Kontur. Ein klares Bild ergibt sich aber erst dann, wenn alle Mitgliedsstaaten die Vereinbarungen tatkräftig umgesetzt haben. Deutschland ist hier im europäischen Vergleich gut aufgestellt. Es geht nach der Konferenz in Bergen darum, dass alle an der Schaffung eines europäischen Hochschulraums beteiligten Akteure mutig weiter voranschreiten und niemand einen unumkehrbaren Prozess blockiert. Es wäre absurd, neue Hindernisse zwischen 16 Bundesländern in Deutschland aufbauen zu wollen, wo wir in Europa dabei sind, eben diese abzubauen", so Bulmahn abschließend.
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