CDU torpediert Kommission zum Mauergedenken
Die Vorwürfe des Parlamentarischen Geschäftsführers der Berliner CDU-Fraktion, Frank Henkel, Kultursenator Thomas Flierl verhöhne die Maueropfer, entbehren jeder Grundlage und erinnern in ihrer Rhetorik an überwunden geglaubte Gräben des Kalten Krieges.
03.02.2005 Pressemeldung Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur Berlin (bis 11/06)Flierl:
"Der Terminus 'historischen Unwahrheit' am Checkpoint Charlie bezog sich explizit auf den karnevalistischen Aufzug eines Sowjetsoldaten mit Fahne am westlichen Kontrollhäuschen, das dort zu Zeiten der Maueröffnung nie stand und den Standort der wiedererrichteten Mauer quer zu ihrem tatsächlichen, durch Pflastersteine markierten Verlauf. Ich respektiere und achte den Wunsch, Informationen über historische Zusammenhänge und den Verlauf der tödlichen Grenze in Berlin zu erlangen und das Bedürfnis, der Mauertoten angemessen zu gedenken. Das muss und wird Teil der Konzeption für die Erinnerung an die Mauer in Berlin sein. "
Flierl, der zu den Mitautoren der PDS-Erklärung zum Mauerbau im Jahre 2001 gehört, in der die PDS den Mauerbau politisch verurteilte und sich gegen deren historische Rechtfertigung wandte, verwahrt sich gegen den von Henkel erhobenen Vorwurf, mit seiner Kritik an der Gestaltung des Mahnmals am Checkpoint Charlie durch Frau Hildebrandt, die Opfer der Mauer verhöhnen zu wollen.
Flierl: "Ich brauche keine Nachhilfestunden von Herrn Henkel über den tödlichen Charakter der Berliner Mauer. Ich bin jedoch der Meinung, dass das Hauptthema des Gedenkens am Checkpoint Charlie der Konfrontation der Großmächte gewidmet sein sollte, während die Erinnerung an die Opfer der Mauer eher im Umfeld des Reichtages zu verorten wäre. Auch dazu wird sich die von mir ins Leben gerufene Kommission eine Meinung bilden und zur Diskussion stellen. Die Polemik von Herrn Henkel zielt offenbar aus parteipolitischen Interessen darauf, eine Verständigung mit dem Mauermuseum und den Opferverbänden zu verhindern und damit die Arbeit der Kommission zu erschweren."
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