Deutscher Jugendliteraturpreis 2004 - Die Preisträger

Der Deutsche Jugendliteraturpreis wurde am Donnerstag, dem 7. Oktober 2004, auf der Frankfurter Buchmesse von Bundesministerin Renate Schmidt verliehen. Der Deutsche Jugendliteraturpreis wird seit 1956 vom [Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend](http://www.bmfsfj.de/) gestiftet. Zahlreiche geladene Autoren, Illustratoren, Übersetzer und Verleger warteten mit rund 500 Gästen gespannt auf die Bekanntgabe der Preisbücher. Die Veranstaltung wurde von der bekannten TV-Moderatorin Gabi Bauer moderiert und live in das Foyer der Halle 4.0 übertragen.

09.10.2004 Pressemeldung Arbeitskreis für Jugendliteratur e.V.
  • © Arbeitskreis für Jugendliteratur e.V.

Zum zweiten Mal in der Geschichte des Preises prämierte eine unabhängige Jugendjury ihr eigenes Buch. Parallel dazu zeichnete die Kritikerjury das beste Buch in den Sparten Bilder-, Kinder-, Jugend- und Sachbuch aus. Die Preissumme beträgt pro Titel 8.000 Euro. Zudem wurde der mit 10.000 Euro dotierte Sonderpreis für das Gesamtwerk eines deutschen Autors an Benno Pludra verliehen. Die Jury ehrt damit den Schöpfer eines Gesamtwerkes, das zu den eigenwilligsten und bedeutendsten der deutschsprachigen Kinder- und Jugendliteratur der letzten 50 Jahre zählt.

Mit Fuchs zeichnete die Jury das Bilderbuch der australischen Autorin Margaret Wild aus. Die eindringliche Geschichte um Freundschaft, Neid, Verlockung und Verrat setzte der Illustrator Ron Brooks kraftvoll mit Braun-, Erd- und Orangetönen um. Die ungewöhnlichen Bildausschnitte und das eigentümliche Lettering von Dirk Rehm ergeben einen eindringlichen optischen Gesamteindruck. Die Bilder gehen ein gelungenes Wechselspiel mit dem von Zoran Drvenkar übersetzten Text ein.

Sieger in der Sparte Kinderbuch wurde Ein Schaf fürs Leben von Maritgen Matter. Die niederländische Autorin erzählt in ihrem Debüt anrührend, schlicht und zugleich literarisch komplex die Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft. Sylke Hachmeister hat den Text mit viel Sinn für Wortwitz und ironische Nuancen übersetzt. Die Illustratorin Anke Faust schafft mit ihren Klebe-Unikaten eindrucksvolle Bilder, die die Doppelbödigkeit der Dialoge auf ganz eigene Weise visualisieren.

Den Preis für das beste Jugendbuch erhielt Tamara Bach für ihr Erstlingswerk Marsmädchen. Psychologisch wie sprachlich sehr differenziert setzt die Autorin die Wirren individueller Identitätsfindung in Szene. Dem Leser wird eine authentische Momentaufnahme präsentiert, deren große Kunst nicht zuletzt darin besteht, die ganze Bandbreite des Heranwachsens festgehalten zu haben.

In dem prämierten Sachbuch Lieber wütend als traurig gelingt es Alois Prinz sich der Lebensgeschichte der Ulrike Marie Meinhof auf bemerkenswert souveräne Weise anzunähern. In einer unaufgeregten, schnörkellosen Sprache schildert er den Weg einer jungen Frau, die eine erfolgreiche politische Journalistin wird und schließlich als RAF-Terroristin und Staatsfeindin endet.

Den Preis der Jugendjury erhielt die australische Autorin Lian Hearn für Das Schwert in der Stille. Dieser spannende erste Band der Trilogie Der Clan der Otori versetzt den Leser in eine phantastische Welt, die sich stark an der Kultur Japans orientiert. Hochinteressant, fesselnd und dramatisch!

Ansprechpartner

Arbeitskreis für Jugendliteratur e.V.
Metzstraße 14c
81667 München
Web: http://www.jugendliteratur.org

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