doIT Software-Forschungstag zeigt neueste Software-Entwicklungen für Unternehmen und Medizin

Über 200 Experten aus Forschung und Wirtschaft diskutierten auf dem doIT Software-Forschungstag 2006 in Mannheim aktuelle Ent-wicklungen in der Softwareforschung und die zukünftigen Anforderungen an Software. Staatsekretär Dr. Dietrich Birk MdL überreichte den Preisträgern den doIT Software-Award für herausragende Forschungsleistungen. Vier der elf Preise gingen nach Mannheim. Bei den Vorträgen und Preisträgerprojekten standen insbesondere Softwareentwicklungen für die Anwendung in der Medizin und der Biologie sowie Unternehmenssoftware im Mittelpunkt.

13.07.2006 Pressemeldung Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg mbH

Der doIT Software-Forschungstag wurde mit einer Keynote von Professor Manfred Broy von der TU München eröffnet, der das Requirements Engineering als zentralen erfolgskritischen Faktor der Softwareentwicklung vorstellte. Die abgestimmte Erfassung und Festschreibung der Anforderungen bei der Entwicklung erfordert nach Broy höchste Systematik und Professionalität. In der zweiten Keynote erläuterte Dr. Peter Zencke, Vorstand für Forschung und Anwendungsplattformen der SAP AG, die Voraussetzungen für innovative Softwarelösungen und wagte einen Ausblick in die Zukunft der Informationstechnologie. "Unternehmen sind in der Zeit der Globalisierung und Vernetzung auf eine schnelle und flexible Verarbeitung von Informationen angewiesen", bringt Dr. Zencke die aktuellen Herausforderungen bei der Entwicklung von Unternehmenssoftware auf den Punkt.

Staatssekretär Dr. Dietrich Birk vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg verlieh anschließend die Urkunden für den doIT Software-Award 2006. Der erste Preis und damit ein Preisgeld von 15.000 Euro ging an Matthias Brantner und Professor Dr. Guido Moerkotte vom Lehrstuhl für Praktische Informatik III der Universität Mannheim, die mit dem XPath Compiler "XPC" einen Übersetzer für die XML-Anfragesprache XPath entwickelt haben, der schneller und effizienter ist als die Konkurrenz und damit beim Datenaustausch zwischen Unternehmen oder im Internet deutliche Einsparungen ermöglicht. Ein Projektteam vom Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) Stuttgart und dem Institut für Industrielle Fertigung und Fabrikbetrieb der Universität Stuttgart erhielt den 2. Platz für die Entwicklung einer Simulationssoftware für die virtuelle 3D-UV-Härtung von Lacken für Autos oder Möbel, mit der teure Fehler bei der Einstellung der Beleuchtung vermieden werden. Dmitry Maksimov und Prof. Dr. Jürgen Hesser von der Abteilung Computergestützte Medizin und Softcomputing der Universität Mannheim platzierten sich mit "CTAngioScope" an dritter Stelle. Das Softwaresystem dient der visuellen Trennung der Gefäße von knöchernen Strukturen sowie Verkalkungen für die Diag-nose vaskulärer Erkrankungen und macht selbst kleinste Strukturveränderungen in wenigen Minuten sichtbar.

Am Nachmittag diskutierten die Teilnehmer in sechs parallelen Tracks den aktuellen Stand im Bereich Unternehmenssoftware, Bioinformatik, Medizin, Mobile Business, Embedded Communication und Real Time Communication. In einem weiteren Track verlieh die Integrata-Stiftung den mit 10.000 Euro dotierten Wolfgang Heilmann-Preis für humane Nutzung der Informationstechnologie.

Über die MFG und die MFG Stiftung Baden-Württemberg

Die MFG Baden-Württemberg ist das Kompetenzzentrum des Landes für Informationstechnologie und Medien. Mehr als 50 hoch qualifizierte Mitarbeiter arbeiten im Stuttgarter Bosch-Areal an der Vernetzung von Kreativwirtschaft und Technologiebranchen. Sie steuern pro Jahr über 100 Projekte für Innovationsförderung und Technologietransfer, Cluster- und Netzwerkmanagement sowie Standortentwicklung und -marketing. Zu den Kunden und Partnern gehören Unternehmen, Verbände, Hochschulen, Ministerien und öffentliche Einrichtungen aus ganz Europa. Die MFG ist mit ihren nach ISO 9001 zertifizierten Dienstleistungen und über 56.000 dokumentierten Technologiebeziehungen Vorreiter für systemische Standortentwicklung im öffentlichen Umfeld.


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