Elektronisches Publizieren: Weiter auf Wachstumskurs

Elektronisches Publizieren ist lukrativ. Das belegt das aktuelle Branchenbarometer des Arbeitskreises Elektronisches Publizieren im Börsenverein des Deutschen Buchhandels (AKEP). Knapp 70 Prozent der befragten Verlage bewerten ihre Kosten-Erlös-Situation als ausgeglichen oder schreiben Gewinne. "In vielen deutschen Verlagen nimmt das Thema elektronisches Publizieren mittlerweile eine immer zentralere Stellung ein", sagt Arnoud de Kemp, Sprecher des Arbeitskreises Elektronisches Publizieren.

06.10.2004 Pressemeldung Börsenverein des Deutschen Buchhandels

Drei Viertel der Verlage schätzen, dass sich der heutige Anteil elektronischer Produkte am Gesamtumsatz von derzeit etwa fünf Prozent auf bis zu 30 Prozent in zehn Jahren erhöhen wird. Auch die Renditesituation wird von den Verlagen positiv bewertet: Bereits heute erwirtschaften rund 25 Prozent der Verlage Gewinne mit elektronischen Produkten, 44 Prozent bezeichnen die Situation als ausgewogen. Fast alle Verlage gehen von einer klaren Gewinnsituation in zehn Jahren aus. "Elektronisches Publizieren bestätigt sich damit für die Verlage als Handlungsfeld mit großer wirtschaftliche Bedeutung", so Jens Löbbe, Mitglied in AKEP-Sprecherkreis.

Auf Erfolgskurs ist die DVD. Sie gilt bei 65 Prozent der Verlage als Medium der Zukunft und liegt bei der Nutzung bereits fast gleichauf mit der CD-ROM. Immer wichtiger werden für die Verlage die Kundenbeziehungen und der Schutz vor Piraterie: So nimmt nach Schätzungen von knapp 70 Prozent der befragten Verlage die Bedeutung von "Customer Relationship Management" und "Digital Rights Management" stark zu. Der Börsenverein hat die Branchenumfrage in diesem Sommer zum dritten Mal durchgeführt. Die Einschätzungen der Marktteilnehmer werden jährlich in dem Branchenbarometer zusammengefasst. Das ist Teil des Konzeptes des Arbeitskreises, die Entwicklung des elektronischen Publizierens für Branchenteilnehmer und -interessierte transparenter zu machen.

Chance für die Zukunft: Medienneutrale Datenhaltung

Als Chance für die Zukunft sieht die Mehrheit der Verlage die medien-neutrale Datenhaltung sowie digitale Arbeitsprozesse. Knapp 75 Prozent gehen davon aus, dass durch diese technischen Möglichkeiten Herstellungs- und Vertriebskosten gesenkt werden können. "Noch jedoch besteht eine Diskrepanz zwischen der erwiesenen technischen Machbarkeit von XML und dem Umfang des tatsächlichen Einsatzes", betont Tilmann Michaletz, Mitglied im AKEP Sprecherkreis. Denn derzeit setzt lediglich ein Drittel der Verlage XML (eXtensible Markup Language) als Universalkonzept für Datenspeicherung ein, obwohl in etwa 70 Prozent der Verlage die Technologie bekannt ist. Dies ergibt eine Studie, die erstmals vom Institut für Wirtschaftsinformatik und Neue Medien der Ludwig-Maximilians-Universität, München, in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Elektronisches Publizieren im Börsenverein erstellt wurde. Sie belegt: Verlage, die Inhalte über mehr als einen Medienkanal vertreiben, beispielsweise Zeitschrift, Newsletter, DVD und online, sparen durch den Einsatz von XML Zeit und Geld. Insgesamt gaben 57 Prozent der befragten Verlage an, dass der durch den Einsatz der XML-Technologie gestiftete Nutzen die Kosten überwiegt.

Zum ersten Mal haben in diesem Jahr junge Firmen und Unternehmer auf der Buchmesse die Möglichkeit im Digital Marketplace (Halle 4.2 G455) aktuelle Technologien und Konzepte einem internationalen Fachpublikum zu präsentieren. Er wurde von der Frankfurter Buchmesse in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Elektronisches Publizieren initiiert.

Dem Arbeitskreis Elektronisches Publizieren im Börsenverein gehören 550 Mitglieder an, er wurde 1992 gegründet. AKEP Sprecher ist Arnoud de Kemp (digilibri, Heidelberg). Die Mitglieder im Sprecherkreis sind: Hans Huck-Blänsdorf (Brockhaus Duden Neue Medien, Mannheim), Sigrid Lesch (Georg Thieme Verlag, Stuttgart), Jens Löbbe (Kirchner + Robrecht management consultans, Frankfurt/Berlin) und Tilmann Michaletz (Ernst Klett Verlag, Stuttgart).

Ansprechpartnerin im Börsenverein ist Cornelia Waldenmaier, Tel.: +49 (0)69-13 06-517, E-Mail: .

Ansprechpartner

Börsenverein des Deutschen Buchhandels
Großer Hirschgraben 17-21
60311 Frankfurt am Main
Web: http://www.boersenverein.de

Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden