Erstmals Thema "Flucht und Vertreibung" als Broschüre für den hessischen Unterricht
Zu dem bisher vernachlässigten Thema "Umsiedlung, Flucht und Vertreibung der Deutschen als internationales Problem" hat das Hessische Kultusministerium eine neue Broschüre veröffentlicht. Diese soll den hessischen Lehrkräften in Form einer Handreichung die Behandlung des Themas im Unterricht erleichtern, teilte das Kultusministerium mit. Die Broschüre soll die Lehrkräfte sowohl im Geschichtsunterricht als auch im Fach Politik und Wirtschaft unterstützen. "Diese Lehrerhandreichung ist seit langem überfällig", betonte Joachim Jacobi, Staatssekretär im Hessischen Kultusministerium.
22.12.2005 Hessen Pressemeldung Hessisches Ministerium für Kultus, Bildung und ChancenIn den neuen Lehrplänen ist das Thema Vertreibung stärker als früher vorgesehen, allerdings hat den Schulen dazu bisher kaum Material zur Verfügung gestanden. "Gerade die systematischen Vertreibungen im jugoslawischen Bürgerkrieg vor wenigen Jahren haben uns gezeigt, dass das Thema auch sehr schnell wieder traurige Aktualität gewinnen kann", sagte Jacobi. "Wir müssen die Erinnerung an das Leiden und das begangene Unrecht insgesamt aufrechterhalten. Wer seine Geschichte kennt, wird solche Fehler in der Zukunft vermeiden"
Die neue Broschüre beschäftigt sich nicht nur mit den Folgen des Zweiten Weltkriegs, sondern auch mit anderen Kriegen, wie beispielsweise dem Balkankrieg. Berichte, Briefe und Originalfotos machen das Leiden anschaulich. Staatssekretär Jacobi rief die Lehrerinnen und Lehrer zudem auf, Zeitzeugen in den Unterricht einzuladen, um Geschichte erlebbar zu machen und den Unterricht zu bereichern. In den Jahren 1945-1947 wurden rund 14 Millionen Deutsche aus ihrer Heimat vertrieben.
Die Handreichung wurde gemeinsam mit einer Arbeitsgruppe aus Baden-Württemberg erarbeitet. Als Herausgeber fungiert das "Haus der Heimat des Landes Baden-Württemberg".
Die Broschüre ist beim Amt für Lehrerbildung zu bestellen unter:
Amt für Lehrerbildung
Publikationsmanagement
Rothwestener Straße 2-14
34233 Fuldatal
Fax: (0651) 8101139
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