Förderung groß geschrieben: Zum Schuljahr 2004/05 weitere 13 sonderpädagogische Kompetenzzentren in Hessen
Zum Beginn des Schuljahres 2004/05 werden weitere 13 Sonderschulen in Hessen zu sonderpädagogischen Beratungs- und Förderzentren ausgebaut. Nunmehr sind damit die Angebote im vorbeugenden schulischen Bereich flächendeckend. "Durch die gezielte Förderung können mehr Schülerinnen und Schüler an der Regelschule verbleiben und müssen nicht an eine Sonderschule wechseln", erläuterte Kultusministerin Karin Wolff die präventive Aufgabe der Kompetenzzentren. Hessen verfügt nun insgesamt über 107 sonderpädagogische Beratungs- und Förderzentren und damit über eine Dichte, die in keinem anderen Bundesland erreicht wird.
12.08.2004 Hessen Pressemeldung Hessisches Ministerium für Kultus, Bildung und ChancenMit dem Ausbau von Sonderschulen zu sonderpädagogischen Beratungs- und Förderzentren verfolgt Hessen das Ziel, Schülerinnen und Schülern mit Lern-, Sprach- und Verhaltensschwierigkeiten sowie mit Hör- und Sehbeeinträchtigungen frühzeitig qualifizierte Unterstützung durch Sonderschullehrkräfte zukommen zu lassen. Dazu suchen die Lehrkräfte von Sonderschulen die Schülerinnen und Schüler in den Regelschulen auf, beraten die Lehrkräfte und organisieren gemeinsam eine gezielte Förderung. Dank dieser begleitenden Förderung können viele Schülerinnen und Schüler weiterhin am Unterricht in ihrer angestammten Klasse teilnehmen und müssen nicht in die Sonderschule wechseln. Wenn der Wechsel allerdings geraten ist, gelingt dieser auf Grund des Gesprächs mit den Eltern wesentlich reibungsloser.
Derzeit werden in hessischen Regelschulen mehr als 10.000 Schülerinnen und Schüler durch Lehrkräfte der Beratungs- und Förderzentren betreut. Auf diese Weise konnte im vergangenen Schuljahr bei mehr als 4.800 Schülerinnen und Schülern der Besuch einer Sonderschule vermieden werden. "Die Bedeutung der sonderpädagogischen Beratungs- und Förderzentren in Hessen für Prävention und Minderung von Beeinträchtigungen sowie für Integration und Rehabilitation wächst zunehmend", so Wolff.
Die Lehrkräfte der sonderpädagogischen Beratungs- und Förderzentren arbeiten mit den Lehrerinnen und Lehrern der allgemeinen Schule sowie den Eltern eng zusammen. Sie suchen zudem den Kontakt zu Beratungsstellen der Kinder- und Jugendhilfe sowie der Behindertenhilfe. Mit sonderpädagogischer Unterstützung sollen die Kinder und Jugendlichen weiter den Lernzielen der allgemeinen Schule folgen können und in ihrem Lebensumfeld stabilisiert werden. Für diese spezifischen Aufgaben stehen jedem neuen Beratungs- und Förderzentrum in der Regel zwei Lehrerstellen zur Verfügung. Durch die Zusammenarbeit zwischen den sonderpädagogischen Beratungs- und Förderzentren sowie den Regelschulen unterrichten die Lehrerinnen und Lehrer in den allgemeinen Schulen zudem differenzierter und können indivi-dueller auf die einzelnen Schülerinnen und Schüler eingehen.
Sonderpädagogische Beratungs- und Förderzentren werden unterschieden nach regionalen und überregionalen Zentren. Die nunmehr 89 regionalen Zentren arbeiten vorwiegend im Rahmen der Beratung und Förderung in den Schulen ihres Umfeldes. Die 18 überregionalen Zentren sind überregional arbeitende Sonderschulen für Blinde und Sehbehinderte, für Hörgeschädigte, für Körperbehinderte, Schulen für Erziehungshilfe sowie Sprachheilschulen und Schulen für Kranke. Die schulfachliche Begleitung führt das jeweilige Staatliche Schulamt durch. Dabei wird es unterstützt durch die regionalen Fachberater des Hessischen Kultusministeriums und die jeweils zuständige regionale Lehrerfortbildung.
Die zum Schuljahr 2004/05 neu eingerichteten Beratungs- und Förderzentren in Hessen
Dietrich-Bonhoeffer-Schule (priv. Schule für Erziehungshilfe) Immenhausen (überregional)
Biedensandschule Lampertheim
Anne-Frank-Schule Kelkheim
Karl-Krolopper-Schule Kelsterbach
Don-Bosco-Schule Seligenstadt
Johann-Hinrich-Wichern-Schule Nidderau
Albert-Schweitzer-Schule Gießen
Alfred-Wegener-Schule, (Sonderschulzweig für Lernhilfe an der KGS Kirchhain) Kirchhain
Fuldatal-Schule Melsungen
Veit-Weinberg-Schule Bad Wildungen
Pestalozzi-Schule Eschwege
Heinrich-Steul-Schule Kassel
Pestalozzischule Kassel
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