Gegen Drogen im Straßenverkehr - "don´t drug and drive"

Innenminister Dr. Albrecht Buttolo und der Staatssekretär des Kultusministeriums Hansjörg König haben heute die Präventionskampagne "don´t drug and drive" in Sachsen gestartet. Mit der Kampagne sollen Jugendliche mit dem Thema "Drogen im Straßenverkehr" im Unterricht konfrontiert werden. Gleichzeitig führt die Polizei Drogenkontrollen im Straßenverkehr durch. Die Schüler der Klassen 10 sind die Zielgruppe der Aktion. Vor allem im Hinblick auf den früheren Erwerb der Fahrerlaubnis mit 17 Jahren. Vorerst soll die Präventionskampagne deshalb in den 10. Klassen der Gymnasien starten.

31.05.2006 Sachsen Pressemeldung Sächsisches Staatsministerium für Kultus

Innenminister Albrecht Buttolo: "Jugendliche und junge Erwachsene sind sowohl im Bereich der Rauschgiftkriminalität als auch im Verkehrsunfallgeschehen seit Jahren deutlich überrepräsentiert. Offensichtlich werden die Gefahren der Drogen sowie die verkehrsrechtlichen Konsequenzen vielfach unterschätzt oder sind nicht ausreichend bekannt."

"Suchtprävention ist ein gesamtgesellschaftliches Anliegen und damit auch eine wichtige Aufgabe der Schule. Die Kampagne soll die bisherigen Projekte des Kultusministeriums unterstützen und reagiert gleichzeitig auf die Zunahme von Drogenmissbrauch im Straßenverkehr", sagte der Staatssekretär des Kultusministeriums Hansjörg König.

Für die Arbeit im Unterricht gibt es einen Unterrichtsleitfaden und Infohefte, die unter anderem zur Gesetzeslage, über die Wirkung von Drogen, die Beeinflussung der Fahrtüchtigkeit und die Erkennung von Drogen durch moderne Testgeräte informieren. Polizeibeamte, Lehrer und Fahrlehrer werden dafür fortgebildet. Die Lehrer werden als Moderatoren vor allem den theoretischen Anteil der Veranstaltungen übernehmen. Parallel erfolgen durch die Polizei Drogenkontrollen im Straßenverkehr, um die präventive Wirkung der Kampagne zu verstärken bzw. die Glaubwürdigkeit der angekündigten Folgemaßnahmen durch den unmittelbar eintretenden Überwachungsdruck zu erhöhen.

Die Kampagne "don´t drug and drive" hat der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft initiiert, um die Zahl der drogenbedingten Verkehrsunfälle zu reduzieren. Auch die Materialien stellt der Verband zur Verfügung. Bisher haben sich die Länder Bremen, Brandenburg, Berlin, Sachsen-Anhalt und Nordrhein-Westfalen an der Präventionskampagne beteiligt.

Zahlen und Hintergründe

Wurden im Jahr 2000 noch 624 Fahrzeugführer unter Einfluss von Drogen festgestellt, hat sich diese Zahl bis zum Jahr 2005 mit 2.745 Feststellungen mehr als vervierfacht. Der Anstieg der polizeilichen Feststellungen ist insbesondere auf die Ausbildung sowie die Sensibilisierung der sächsischen Polizeibeamten und die Intensivierung der diesbezüglichen Kontrollen zurückzuführen.

Auch die Zahl der Verkehrsunfälle mit der Ursache "Drogen" verzeichnete einen Anstieg von 25 Unfälle im Jahr 2000 auf 73 Unfälle im Jahr 2005.

Unter Betrachtung der Entwicklung des Verkehrsunfallgeschehens und der Rauschgiftkriminalität ist die Gruppe der Jugendlichen und jungen Erwachsenen sowohl im Bereich der Rauschgiftkriminalität als auch im Verkehrsunfallgeschehen deutlich überrepräsentiert. Offensichtlich werden die Gefahren der Drogen sowie die verkehrsrechtlichen Konsequenzen insbesondere durch Jugendliche und junge Erwachsene vielfach unterschätzt oder sind nicht ausreichend bekannt. Bei Personen, die illegal Betäubungsmittel besitzen und/oder konsumieren, bestehen erhebliche Zweifel an der Eignung zum Führen von Kraftfahrzeugen. Dementsprechend werden die Fahrerlaubnisbehörden durch die Polizei informiert die ihrerseits Prüfmaßnahmen einleiten.


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