Gesamtschule ist keine "Schule für alle"

Der Bayerische Elternverband freut sich über die Studie "Deutsch Englisch Schülerleistungen International", die deutlich zeigt, wie schlecht die Lernchancen an den Schularten sind, die mit den Gymnasien konkurrieren müssen - an den Hauptschulen und den Gesamtschulen.

10.03.2006 Bayern Pressemeldung Bayerischer Elternverband

"Kultusminister Schneider hat völlig Recht, wenn er den deutschen Gesamtschulen schlechte Lernbedingungen attestiert", sagte die Landesvorsitzende des Bayerischen Elternverbands, Ursula Walther. "Er unterschlägt bei seiner Analyse aber zweierlei: Erstens dass die Hauptschulen auch schlecht abschneiden, und zweitens, dass die Gesamtschulen deutscher Prägung nur die Schüler haben, die übrig bleiben, nachdem die Leistungsfähigeren ins Gymnasium abgewandert sind."

Das beziehe sich auf das Gros der deutschen Gesamtschulen, die durch die Vorgaben der Kultusministerkonferenz gezwungen seien, in Konkurrenz zu den Gymnasien zu treten. Dass es einzelne integrierte Gesamtschulen mit hervorragenden Ergebnissen bei Schülerleistungsstudien gibt, dürfe nicht über die unfairen Bedingungen hinwegtäuschen, unter denen die durchschnittliche Gesamtschule ihre Schüler rekrutieren müsse. Die Schlussfolgerung, die DESI-Studie belege eine Überlegenheit des gegliederten Schulsystems, bezeichnete Walther deshalb als abenteuerlich,zumal sie in der Studie selbst auch keineswegs gezogen werde.

Die einzige Schlussfolgerung, die man aus dem schlechten Abschneiden der Haupt- und Gesamtschüler ziehen könne, sei diese: Alle Schüler müssten gemeinsam unterrichtet werden, damit sie voneinander profitieren können. Das komme nachweislich vor allem den leistungsstarken Schülern zugute, doch auch den Schwächeren nütze es erheblich mehr als die derzeitige Lösung, bei der sie nur unter Schwächeren seien. "Deshalb fordert der Bayerische Elternverband nicht die deutsche Gesamtschule, sondern eine Schule für wirklich alle!"


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