GEW: "Palästinensische Lehrkräfte müssen endlich Gehalt bekommen!"
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat die Bundesregierung aufgefordert, ihren Einfluss geltend zu machen, damit die palästinensischen Lehrkräfte in den Autonomiegebieten endlich wieder Gehalt bekommen. Seit dem 1. März warten die Pädagogen auf ihr Geld. Der Grund: Die EU weigert sich, zugesagte Mittel an die Hamas-Regierung zu überweisen. In dieser Woche hat die palästinensische Lehrergewerkschaft (GUPT, General Union of Palestinian Teachers) zu Streiks aufgerufen. In Palästina arbeiten rund 30.000 Lehrkräfte an staatlichen Schulen.
08.09.2006 Pressemeldung Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft"Die Bundesregierung soll sich dafür einsetzen, dass aus dem europäischen Sonderfonds zur Aufrechterhaltung der sozialen Systeme in Palästina auch Lehrergehälter ausgezahlt werden", sagte GEW-Vorsitzender Ulrich Thöne am Freitag in Frankfurt a.M.. "Die Lehrerinnen und Lehrer können sich nur noch über Wasser halten, wenn sie einen Nebenjob machen, Kredite aufnehmen oder die Familie sie unterstützt." Thöne wies darauf hin, dass die Lehrkräfte im Interesse der Kinder und Jugendlichen im letzten Schuljahr trotz ausstehender Gehälter bis zu den Sommerferien unterrichtet hätten. "Wenn es keine positive Antwort auf die Streiks gibt, bricht das Bildungswesen zusammen und den jungen Menschen in den Autonomiegebieten wird die Lebensperspektive genommen", sagte der GEW-Vorsitzende. Die Bildungsgewerkschaft hatte bereits Mitte Juni an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Außenminister Frank Steinmeier (SPD) und Entwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul appelliert, sich für die Auszahlung der Lehrergehälter stark zu machen. In ihren Antwortschreiben hatten die Minister Unterstützung der GEW-Forderung zugesagt.
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