Gewalt an Schulen
"Was Gewalt an Schulen betrifft, haben wir in Schleswig-Holstein glücklicherweise keine Berliner Verhältnisse. Aber die Zahl und vor allem die zunehmende Bru-talität von Gewalttaten geben genügend Anlass zur Sorge", sagte Bernd Schauer, Landesgeschäftsführer der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) am Freitag, 31. März 2006, in Kiel zu den Ereignissen an der Berliner Rütli-Schule. "Wer in Zukunft nicht vor jede Schule Polizisten stellen will, muss in einer immer noch rei-chen Gesellschaft endlich mehr in Bildung und soziale Gerechtigkeit investieren."
31.03.2006 Schleswig-Holstein Pressemeldung GEW Schleswig-HolsteinEs sei höchste Zeit, dass die gesamte Gesellschaft entschlossen der Gewalt und der Ghettoisierung sozialer Gruppen nach Einkommen und Herkunft entgegen trete. Die Schule allein sei dabei überfordert, so der GEW-Landesgeschäftsführer. "Gewalt wächst auf dem Nährboden sozialer Ungerechtigkeit, geistiger Leere und Perspektiv-losigkeit. Viele Kinder und Jugendliche gerade ausländischer Herkunft bilden eigene Subkulturen heraus, in denen ein Klima der Gewalt herrscht. Sie haben zum großen Teil in unserer deutschen Gesellschaft erfahren, dass sie hier unerwünscht sind und geben jetzt mit Gewalt ihre eigenen Erfahrungen zurück."
Natürlich stelle sich auch die Frage nach dem dreigliedrigen Schulsystem, das durch das frühe Aussortieren der Kinder nach der vierten Klasse soziale Probleme poten-ziert, meinte Bernd Schauer. "Wenn wir an vielen Hauptschulen in großer Zahl Kin-der und Jugendliche mit geringer Leistungsfähigkeit, erheblichen sozialen Problemen sowie ausländischer Herkunft versammeln, kann eher ein Klima der Aggression und Hoffnungslosigkeit entstehen. In Schulen mit einer besser durchmischten Schüler-schaft ist diese Gefahr bei weitem nicht so groß."
Der GEW-Landesgeschäftsführer wies darauf hin, dass es zur Lösung der Probleme keine Patentrezepte gebe. Trotzdem sei es wichtig, durch mehr Lehrkräfte und Sozi-alpädagogen gerade in Schulen in sozialen Brennpunkten für bessere Bedingungen zu sorgen. Erfolgversprechend sei außerdem eine engere Zusammenarbeit zwischen Schule, Jugendhilfe und Polizei. Hier gebe es vielversprechende Ansätze, die drin-gend ausgebaut werden sollten
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