Integration heißt nicht Trennung

"Der VBE begrüßt den Vorschlag der SPD-Landtagsfraktion, dass das Land ausreichend Sprachkurse für nachziehende Familienmitglieder anbieten muss", erklärt Udo Beckmann, Vorsitzender der Lehrergewerkschaft Verband Bildung und Erziehung (VBE NRW). "Solche verpflichtenden Kurse wären ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu mehr Integration."

25.09.2006 Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband NRW

Den einer dpa-Meldung vom 25.09.06 entnommenen Vorschlag der SPD-Fraktion, Mädchen und Jungen in der Schule im Sport-, Sexualkunde- oder Technikunterricht zu trennen, weil muslimische Eltern ihre Töchter zunehmend vom gemeinsamen Unterricht abmelden, sieht der VBE allerdings kritisch. Der Weg der Integration müsste vielmehr der umgekehrte sein, indem auch für muslimische Mädchen der gemeinsame Unterricht mit Jungen der alltäglichen Normalität entspricht.

" Die hier angeführte Begründung für eine Trennung der Geschlechter in der Schule leistet nach Ansicht des VBE eher den fundamentalistischen und antiemanzipatorischen Tendenzen Vorschub, vor denen ein demokratisches Schulwesen Mädchen schützen muss", so Beckmann weiter. "Sicherlich hat jede Schule die Möglichkeit, phasenweise auch nach Geschlechtern getrennten Unterricht anzubieten, wenn es aus pädagogischen Gründen für einen begrenzten Zeitraum sinnvoll erscheint. Allerdings dient es unserer Ansicht nach nicht der Integration der muslimischen Mädchen, wenn die Schule sie möglichst von den Jungen trennt. "

Die Grundlage unseres Schulwesens bildet die Gleichberechtigung der Geschlechter. Dazu gehört auch als ein wesentliches pädagogisches Prinzip die Koedukation.

"Hier darf nicht Tendenzen nachgegeben werden, die gegen diese Prinzipien verstoßen und Mädchen und Frauen als minderwertig ansehen", so Beckmann abschließend. "Ein verfassungsrechtlich verankertes Prinzip wie das der Gleichberechtigung der Geschlechter darf nicht aus falsch verstandener Toleranz unterlaufen werden."


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