Internet-Portal gewaltbereiter Neonazis geschlossen

Das Web-Portal "die-kommenden", eine der zentralen Internet-Plattformen der gewaltbereiten rechtsextremen Szene, ist durch den kanadischen Provider geschlossen worden. Die Schließung erfolgte auf Betreiben von jugendschutz.net, einer gemeinsamen Stelle der Länder zur Überprüfung jugendgefährdender Angebote im Internet. Das Portal "die-kommenden" enthielt mehrere neonazistische Websites wie die der verbotenen Fränkischen Aktionsfront.

12.04.2005 Pressemeldung Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

"Die Schließung dieser Website zeigt erneut, dass rechtsextremer Internetpropaganda auch im scheinbar sicheren Ausland die Basis entzogen werden kann", erklärte der Staatssekretär im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Peter Ruhenstroth-Bauer. "jugendschutz.net leistet hier unschätzbare Arbeit."

jugendschutz.net wird seit 2002 im Rahmen von "entimon" als Teil des Aktionsprogramms "Jugend für Toleranz und Demokratie - gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus" vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert. In den vergangenen Jahren hat jugendschutz.net die Schließung von mehr als 500 rechtsextremen Web-Angeboten im In- und Ausland erreicht. Um auch gegen rassistische, antisemitische und rechtsextreme Internet-Angebote aus dem Ausland vorgehen zu können, hat jugendschutz.net vor zwei Jahren das Internationale Netzwerk gegen Rassismus im Internet (INACH) gegründet (www.inach.net). INACH umfasst inzwischen Initiativen aus 13 Staaten. Durch die internationale Koordination gelingt es zunehmend, auch länderübergreifende Web-Angebote zu schließen.

Daneben leistet jugendschutz.net einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung von Medienkompetenz in der Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus. In den vergangenen Jahren führten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mehr als 100 Workshops an verschiedenen Bildungseinrichtungen durch und erstellten medienpädagogische Broschüren, die an Schulen im gesamten Bundesgebiet verteilt wurden.

jugendschutz.net wurde 1997 als gemeinsame Einrichtung von den Jugendministerinnen und Jugendministern der Länder gegründet und ist an die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) angebunden. Die Einrichtung hat den Auftrag, jugendgefährdende Angebote im Internet zu überprüfen und auf deren Veränderung oder Einstellung zu drängen. Ziel ist ein vergleichbarer Jugendschutz wie in den traditionellen Medien. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.jugendschutz.net. Dort ist auch der aktuelle Projektbericht zu finden.

Kontakt:

jugendschutz.net - Jugendschutz in Telemedien,
Wallstraße 11,
55122 Mainz
Telefon: 06131-3285261, -22 (Fax),

Weitere Informationen finden Sie auf dieser Homepage und unter www.entimon.de.


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