"Kopf hoch und unbeirrt weitermachen"

Die Jury zur Bewerbung um den Titel "Kulturhauptstadt Europas" hat am Donnerstag ihre Auswahl bekannt gegeben. Nach dem Urteil des Gremiums sollen die Städte Essen und Görlitz als Kandidaten in die nächste Runde geschickt werden. Die Stadt Halle an der Saale ist trotz einer ambitionierten Bewerbung, die unter dem Motto "Halle verändert" deutschlandweit Aufmerksamkeit erzeugte, nicht dabei.

10.03.2005 Sachsen-Anhalt Pressemeldung Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalt

"Ich bin darüber zwar traurig und enttäuscht", erklärte Kultusminister Prof. Dr. Olbertz, "aber die Stadt sollte sich von dieser Entscheidung nicht entmutigen lassen, sondern selbstbewusst ihr Programm weiter verfolgen". Er sehe keinen Grund, jetzt Klagelieder anzustimmen, die Flügel hängen zu lassen oder gar in Verschwörungstheorien zu verfallen. Die Bewerbung habe die Bürgerinnen und Bürger der Stadt enorm mobilisiert und ihre Identifikation mit der 1200jährigen Salzstadt gestärkt. "Wir können es uns leisten, gute Verlierer zu sein, weil wir mit dem Programm "Halle veränder' und den zahlreichen daran geknüpften Ideen sowieso auf der Gewinnerseite sind, vor allem wenn wir es unbeirrt weiter verfolgen und bis 2010 verwirklichen".

Ob eine Stadt Kulturhauptstadt ist oder nicht, entscheide sich nicht anhand eines hochkarätigen Fachgremiums, sondern am Anspruch der Stadt an sich selbst. "So gesehen ist Halle unabhängig vom Ausgang des Wettbewerbs längst eine Kulturhauptstadt Europas", so der Kultusminister. Die Empfehlungen der Jury habe man zu respektieren. Es sei nicht Aufgabe des Gremiums gewesen, eine politisch "ausgewogene" Entscheidung zu treffen, sondern unter rein kulturellen Gesichtspunkten zu einer Empfehlung zu kommen. Die Jury habe keine Stadt "abgewählt", sondern sich unter 10 kulturell außerordentlich gut aufgestellten Städten, darunter Halle, entscheiden müssen. Das sei sicher nicht einfach gewesen.

Olbertz beglückwünschte die nominierten Kandidatenstädte und ermutigte die anderen Städte, ihre ehrgeizigen Pläne weiter voranzutreiben. Er regte an, untereinander ein Netzwerk zu bilden und sich dabei zu unterstützen, aus den Bewerbungen gemeinsam kulturellen Mehrwert zu schöpfen.


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