Kultur ist Teilhabe - 3-Euro-Ticket an Berliner Bühnen
Berliner Bühnen und Kultursenator Flierl verabreden 3-Euro-Ticket für Inhaber von Sozialkarten Wer eine Sozialkarte besitzt, soll ab 1. Mai die Möglichkeit erhalten, nicht verkaufte Restkarten an den Abendkassen der Berliner Bühnen für 3 Euro zu erwerben.
11.04.2005 Berlin Pressemeldung Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur Berlin (bis 11/06)An welchen Tagen und für welche Vorstellungen die 3-Euro-Tickets angeboten werden, regeln die Häuser in eigener Verantwortung. Darauf haben sich Kultursenator Flierl und Deutsche Staatsoper, Deutsche Oper, Komische Oper, das Staatsballett, Maxim-Gorki-Theater, Deutsches Theater, Volksbühne und caroussel Theater, Berliner Ensemble, Schaubühne, HAU, GRIPS Theater, Friedrichstadtpalast, Stiftung Berliner Philharmoniker und das Konzerthaus Berlin verständigt. Sozialkarten erhalten Empfänger von Arbeitslosengeld II und Sozialhilfe sowie Grundsicherungsrentner und Asylbewerber kostenlos in den für sie zuständigen Jobcentern bzw. Sozialämtern.
Kultursenator Thomas Flierl: "In Berlin gibt es annähernd 400.000 Menschen, die von Arbeitslosengeld II und vergleichbaren Sozialleistungen leben. Kultur ist Teilhabe an öffentlicher Kommunikation. Der Zugang zu Kultur wird auch über Eintrittspreise geregelt. Viele Kultur- und Freizeitangebote dieser Stadt sind schon lange nicht mehr im Horizont einkommensschwacher Menschen. Sie fühlen sich ausgegrenzt, weil sie ausgegrenzt sind. Nur durch Teilhabe am öffentlichen Leben können die Bewohnerinnen und Bewohner dieser Stadt ihre Bürgerrechte wahrnehmen, Orientierung gewinnen, sich engagieren, sich und andere fordern.
Nur wenn alle Menschen an Kultur teilhaben, werden sie auch den Stellenwert der Kultur und der öffentlichen Aufwendungen für sie verteidigen. Das 3-Euro-Ticket ist haushaltsneutral und einfach umsetzbar. Es ist nicht kostenlos, aber erschwinglich. Man muss sich umtun, wo noch Karten am Abend erhältlich sind. 3-Euro-Tickets sind kein Almosen, für es Dank braucht. Die Karten sind durch öffentliche Förderung bereits bezahlt. Sie sollen den Einkommensschwachen Berlins die Gewissheit zu geben, dass sie in den Kultureinrichtungen der Stadt willkommen sind, dass die öffentlichen Kulturangebote für alle Bürgerinnen und Bürger unterhalten werden und also die Eintrittspreise keine soziale Schranke sein müssen. Und: Das dem Weimarer Modell entlehnte 3-Euro-Ticket schließt andere, auf Spenden basierende Modelle wie in Wien nicht aus. Noch aber liegt Weimar Berlin näher als Wien, sowohl der Arbeitslosenquote als auch der Spendenbereitschaft nach. Das Spendenmodell ist als Ergänzung hoch willkommen. Ich danke den Berliner Bühnen für ihre Bereitschaft, sich zu einer solchen Initiative zu verabreden. Wir wollen nach der Spielzeit 2005/2206 sehen, wie das Modell funktioniert und angenommen wird. Bis dahin hoffe ich, dass es weitere Nachahmung in der Kulturlandschaft Berlins findet."
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