Kultusminister begrüßt neues Förderkonzept des Bundes für Bergen-Belsen
"Die Arbeit der Gedenkstätte Bergen-Belsen erhält die Stetigkeit auf hohem Niveau, die zu ihrer Weiterentwicklung erforderlich ist. Qualifiziertes Personal kann damit auch auf Dauer eingestellt werden" begrüßte der Niedersächsische Kultusminister und Vorsitzende der Niedersächsischen Gedenkstättenstiftung Bernd Busemann heute in Hannover die Entscheidung des Bundes, die Gedenkstätte Bergen-Belsen künftig institutionell zu fördern.
10.02.2005 Pressemeldung Niedersächsisches KultusministeriumIn der bisherigen Konzeption des Bundes mussten die westdeutschen Gedenkstätten seit dem Jahr 2000 jährlich Projektförderanträge schreiben, um die Gedenkstätten weiter zu entwickeln. Die großen ostdeutschen Gedenkstätten waren dagegen bereits seit 1992 institutionell, d.h. dauerhaft, vom Bund gefördert worden. "Jetzt wird eine dringliche Forderung Niedersachsens erfüllt", hob Busemann hervor. Ab 2007 sollen neben Bergen-Belsen auch die großen Gedenkstätten von nationaler bzw. internationaler Bedeutung, in Dachau, Flossenbürg und Neuengamme institutionell gefördert werden.
Zwar sei auch mit der bisherigen Projektförderung gute Arbeit gemacht worden. Bergen-Belsen erhielt bisher rund 1,2 Mio Euro jährlich vom Bund. Als Gegenfinanzierung habe das Land Personal- und Betriebskosten in ähnlicher Höhe aufgebracht. Mit diesen Mitteln konnte die Gedenkstätte weltweite Recherchen nach Dokumenten und Filmmaterial zu den verschiedenen Phasen der Lagergeschichte durch hoch qualifiziertes Personal betreiben. Ferner wurde eine neue Ausstellung vorbereitet, die in dem noch zu bauenden neuen Dokumentations- und Ausstellungszentrum eingerichtet werden soll. "Mit den bisherigen Zeit- oder Werkverträgen konnten wir aber gute Leute nicht auf Dauer an die Gedenkstätte binden. Wenn der Bund jetzt die Finanzhilfe des Landes an die Gedenkstättenstiftung dauerhaft ergänzt, wird auch den kleineren regionalen Gedenkstätten im Lande nichts genommen. Besondere Gedenkstättenprojekte, die ein wissenschaftlich überzeugendes Konzept aufweisen, können zudem weiterhin einzeln gefördert werden", stellte Busemann fest. Der Bund habe darüber hinaus eine Beteiligung an den Baukosten für das neue Ausstellungsgebäude in Aussicht gestellt, sowie den internationalen Architektenwettbewerb und die Bauplanung mitfinanziert. Er werde sich weiter zu 50 Prozent an den Baukosten beteiligen.
"Die Gedenkstätte Bergen-Belsen ist fachlich hervorragend aufgestellt, arbeitet auf einem international anerkannten Niveau, über das eine internationale Expertenkommission unter Leitung von Prof. Henry Friedlander wacht. Über den fachlich-inhaltlichen Kurs der Gedenkstättenarbeit entscheiden Land und Stiftung auch künftig selbst", so Busemann abschließend.
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