Kultusminister Goebel zum Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus: "Eltern und Schule in der Pflicht"

Zum Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus erklärt Thüringens Kultusminister Prof. Dr. Jens Goebel (CDU): "Der 27. Januar ist für uns Deutsche Anlass, öffentlich, aber auch jeweils persönlich zurückzublicken auf eine Phase unserer jüngeren Geschichte, auf ein Geschehen, das noch immer alle Vorstellungskraft sprengt. Gerade deshalb ist es unverzichtbar, im Erinnern zugleich die Aufgaben der Gegenwart und Zukunft ins Auge zu fassen. Auschwitz darf sich niemals wiederholen, forderte Adorno. Und insbesondere das stets präsente Konzentrationslager Buchenwald erinnert uns daran, dass dies die Aufgabe eines jeden Einzelnen von uns ist."

26.01.2007 Thüringen Pressemeldung Thüringer Kultusministerium

Bei den Eltern liege die Hauptverantwortung für die Erziehung ihrer Kinder und die Vermittlung von Werten, so Minister Goebel weiter. Aber auch die Schule sei in der Pflicht, die Schülerinnen und Schüler über dieses grausame Kapitel der deutschen Geschichte aufzuklären. Dabei sollte man die Offenheit der jungen Menschen für den Blick in die Vergangenheit nutzen und ihnen die Chance bieten, mitzugestalten und aktiv am Gespräch teilzunehmen. Die Möglichkeiten der Erinnerung seien vielfältig, wie der Besuch einer Gedenkstätte, Lesungen oder Ausstellungen sowie Gespräche mit Vertretern der Jüdischen Gemeinde, Zeitzeugen oder Autoren.

"Nur mit dem Wissen über das millionenfache Leid, das die nationalsozialistische Gewaltherrschaft mit ihrem menschenverachtenden Rassenwahn über Europa und andere Teile der Welt gebracht hat, kann man bereits den kleinsten Anfängen jeder Wiederholungsgefahr des Holocaust entschieden entgegen treten", so Minister Goebel abschließend.

Seit 1996 ist der 27. Januar der "Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus". Der damalige Bundespräsident Roman Herzog wollte mit der Ausrufung dieses Tages die nachhaltige Bedeutung der Erinnerung an das Grauen des Dritten Reiches markieren. Am 27. Januar 1945 erreichte die Rote Armee das Konzentrationslager Auschwitz und befreite die wenigen überlebenden Häftlinge. An diesem Tag gilt Trauerbeflaggung.

Hinweis: Am morgigen Samstag wird Kultusminister Goebel an der Gedenkstunde für die Opfer des Nationalsozialismus in der Gedenkstätte Buchenwald teilnehmen. Diese findet um 13 Uhr im Kinosaal der Gedenkstätte Buchenwald statt.


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