Land und Stadt bereiten Verlagerung des RGZM an neuen Standort vor

Nach dem Grundsatzbeschluss des Ministerrats für die Gründung eines neuen archäologischen Zentrums vom 04. Dezember des vergangenen Jahres bereiten das Land Rheinland-Pfalz und die Stadt Mainz nun die Verlagerung des Römisch-Germanischen Zentralmuseums (RGZM) an den neuen Standort Neutorstraße vor. "Die einhellig positiven Reaktionen auf die Entscheidung des Landes bestätigen, wie richtig diese ist", sagte Michael Ebling, Staatssekretär im Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur.

17.01.2008 Rheinland-Pfalz Pressemeldung Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur, Rheinland-Pfalz

Geplant ist ein Neubau neben dem Museum für Antike Schifffahrt und in räumlicher Nähe zum Römischen Theater unter Nutzung der Gebäude der dortigen ehemaligen Neutorschule. Die Gesamtkosten dafür werden mit rund 45 Millionen Euro beziffert, von denen das Land Rheinland-Pfalz zwei Drittel und die Stadt Mainz ein Drittel übernimmt.

"Mit dem Neubau bekommt das RGZM endlich die räumlichen Möglichkeiten, die es braucht, um seine weltweit nachgefragte und anerkannte wissenschaftliche Arbeit auch weiterhin leisten zu können", sagte Ebling. Zugleich könne es am neuen Standort seine einzigartigen Funde, welche die kulturellen Zusammenhänge der Alten Welt von der Jungsteinzeit bis in das Mittelalter zeigen, auf dem neuen museumstechnischen Stand präsentieren.

Für den Staatssekretär ist genau dieser Standort besonders attraktiv. Er liege am Rande der Altstadt, sei gut mit Bus und Bahn erreichbar und sei durch verschiedene bauliche Maßnahmen in den vergangenen Jahren erheblich aufgewertet worden. "Wir wollen diese guten Voraussetzungen nutzen, um die bedeutsamen archäologischen Zeugnisse konzentriert an einem Standort zu zeigen. Eine solche Schwerpunktbildung ist unter museumsdidaktischen Gesichtspunkten absolut sinnvoll und berücksichtigt die Erwartungen einer Vielzahl von Besucherinnen und Besuchern", argumentierte Ebling.

"Land und Stadt verbindet das gemeinsame Interesse, sich wissenschaftlich und kulturell weiter zu profilieren", erklärte der Staatssekretär. Wie einvernehmlich mit allen Beteiligten besprochen, solle das Großprojekt in den Jahren 2010 bis 2012 realisiert werden, so Ebling.

Auch die Stadt Mainz arbeite bereits mit Hochdruck an der Umsetzung des Projektes in unmittelbarer Nachbarschaft des Römerschiffmuseums unter Einbeziehung der Neutorschule, machte Oberbürgermeister Jens Beutel heute deutlich. Land und Stadt seien sich immer einig gewesen, dass man für das renommierte Forschungsinstitut und das Museum zwingend einen attraktiven, gemeinsamen Standort brauche. Dieser optimale Standort wurde gefunden und Gedankenspielereien um alternative Standorte wie Teilbereiche der Zitadelle, wie sie jüngst in der Presse zu lesen waren, seien daher müßig, so der OB.

Der geplante Neubau des Römisch-Germanischen Zentralmuseums (RGZM) wird, wie besprochen, direkt am Römerschiffmuseum entstehen. Der Neubau ersetzt das an dieser Stelle befindliche Gebäude. Die Liegenschaftsverwaltung hat die grundsätzliche Zustimmung des Eigentümers zum Erwerb des Geländes erhalten. Vertiefende Einzelheiten hierzu sind im Augenblick Gegenstand der Verhandlungen.

Auch der Umzug der bislang in der Neutorschule beheimateten Vereine nimmt Formen an. Am 22. Januar wird den Ringern vom ASV 88 vor Ort im Gebäude der Vermesser der FH neben dem Holzturm die Detailplanung vorgestellt. Am 25. Januar folgen Gespräche mit der Maskenbildnerschule. Mit dem Vorstand der Altstadt-Bauern wurden bereits Details des neuen Standortes geklärt.

Der Oberbürgermeister appellierte an alle Verantwortlichen, das Projekt weiter zu unterstützen. "Dies ist eine historische Chance für das kulturelle und wissenschaftliche Leben in unserer Stadt, die wir gemeinsam gestalten sollten", forderte Jens Beutel. Der Oberbürgermeister bedankte sich ausdrücklich beim Generaldirektor des RGZM, Professor Dr. Falko Daim, ohne dessen Engagement dieser neue Aufbruch des weltweit tätigen Forschungsinstitutes und Museums undenkbar gewesen wäre.

Der OB kündigte an, dass der Stadtvorstand in den kommenden Tagen die von der Congress-Direktion vorgeschlagene Nutzung für den Rheinflügel des Kurfürstlichen Schlosses als Tagungszentrum beraten werde. Nach der Erweiterung der Rheingoldhalle rücke das Schloss direkt am Rhein in den Mittelpunkt der Anstrengungen, die Tagungs- und Kongressstadt Mainz noch attraktiver und damit wettbewerbsfähiger zu machen.


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