Landesregierung und nds. Kulturstiftungen ermöglichen Erwerb von Kulturgütern für nds. Museen
Nach bekannt gewordenen Plänen des Hauses Hannover, im Rahmen einer mehrtägigen Auktion Ende September auf der Marienburg etwa 20.000 Objekte aus dessen Privateigentum wie Gemälde, Porzellan, Silber, Glas und Waffen zu veräußern, hat sich das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur dafür eingesetzt, darunter befindliche Kulturgüter für Niedersachsen zu erhalten, die für die Landesgeschichte von herausragender Bedeutung sind.
17.06.2005 Niedersachsen Pressemeldung Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur"Es ist unser großes Anliegen," erklärte Kulturminister Lutz Stratmann heute in Hannover, "dass die für unsere niedersächsische Geschichte wichtigen Objekte im Land und für möglichst viele Menschen öffentlich zugänglich bleiben." Angesichts der außerordentlich schwierigen Haushaltssituation des Landes sei es nicht einfach gewesen, hierfür Lösungsmöglichkeiten zu finden. "Trotz aller juristischen und wirtschaftlichen Herausforderungen ist uns diese schwierige Aufgabe gelungen. Dies ist eine Aktion, die bislang einzigartig in Deutschland ist."
Dieses Vorhaben ist möglich einerseits durch die Zusage, dass die zuständigen niedersächsischen Museen im Vorfeld der Auktion Kunstwerke erwerben können. "Großer Dank gilt den niedersächsischen Kulturstiftungen, die sich alle bereit erklärt haben, diese Sicherung wichtigen niedersächsischen Kulturgutes mitzufinanzieren", so Stratmann.
Das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur hat am vergangenen Mittwoch (15. Juni) die Direktoren der hinsichtlich ihrer Sammlungsschwerpunkte zuständigen Landesmuseen (Niedersächsischen Landesmuseum Hannover, dem Historischen Museum Hannover, dem Herzog-Anton-Ulrich-Museum Braunschweig, dem Braunschweigischen Landesmuseum), und der großen kommunalen Museen (Städtisches Museum Braunschweig, Historisches Museum Hannover, Bomann-Museum Celle) sowie Vertreter der Kulturstiftungen zu einer Vorbesichtigung nach Amsterdam eingeladen. Dort konnten bei dem beauftragten Auktionshaus "Sotheby´s" die zur Veräußerung vorgesehenen Objekte begutachtet und bedeutsame Gegenstände ausgewählt werden. "Wir haben uns davon überzeugt," erläuterte Kulturminister Stratmann, "dass im Rahmen der Auktion keineswegs nationales Kulturerbe versteigert wird, sondern dass es sich vielmehr um Objekte handelt, die für ein breiteres Publikum von Interesse sind." So würden das neogotische Inventar des Schlosses Marienburg sowie zahlreiche Gemälde, Möbel und Silberarbeiten, die das Haus Hannover im Eigentum behalten will, nicht versteigert.
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