Lippmann zu Stellenabbauplänen des Sachsen-Anhaltischen Finanzministers an Schulen und Hochschulen:
Die von Finanzminister Jens Bullerjahn vorgestellten Zielzahlen des Stellenabbaus zur Sanierung des Landeshaushalts würden das Bildungssystem Sachsen-Anhalts "in die Steinzeit zurückversetzen", schätzt der Landeschef der Bildungsgewerkschaft, Thomas Lippmann, ein. "Das sind Sandkastenspiele, die jeden Realitätssinn vermissen lassen", sagte er.
27.10.2006 Sachsen-Anhalt Pressemeldung GEW Sachsen-AnhaltOhne eine einzige pädagogische Verbesserung vorzunehmen, die im Wahlprogramm der Landes-SPD avisiert waren, käme es durch den Schülerrückgang bis 2011 maximal zu einem "natürlichen" Personalabbau von 2500 Stellen, der auch den Berechnungen des Arbeitsplatzsicherungstarifvertrages für Lehrkräfte zu Grunde liegt. Maximal weitere 1000 Stellen würden bis 2020 wegfallen können. Diese Entwicklung müsste allerdings wegen Ausscheidens aus Altersgründen von jährlich mehreren Hundert Neueinstellungen begleitet sein.
Die für die Hochschulen gehandelten Zahlen sind angesichts von Abwanderung, Akademikermangel und fast flächendeckenden Studienzugangsbeschränkungen ein schlimmes Signal und völlig absurd.
Die Heranziehung von Bundesdurchschnittszahlen zeigt, dass im Finanzministerium wenig Sachkenntnis herrscht. "Die Schüler-Lehrer-Relationen werden sich dort, nach dem jetzt zu Ende gehenden Ansturm auf die Schulen durch geburtenstarke Jahrgänge, ganz schnell auf unser Niveau zubewegen", sagte Lippmann. "Die katastrophalen Überlast-Zustände an westdeutschen Universitäten zu Maßstäben für uns zu machen, hieße den Teufel durch den Belzebub austreiben zu wollen."
Lippmann wird heute in der Eröffnungsveranstaltung der Vorlesungsreihe "Hochschule – Politik – Gesellschaft" an der Martin-Luther-Universität (19.00 Uhr, Hörsaal B, Melanchthonianum) die Positionen der GEW auch zu diesem Thema erläutern. Die Veranstaltung ist öffentlich.
Weitere Infos unter www.gew-lsa.de
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