Literat und engagierter Europäer
Kultusminister Jürgen Schreier würdigte heute das Lebenswerk des elsässischen Schriftstellers André Weckmann. Weckmann habe sich als Literat, engagierter Europäer und unermüdlicher Werber für eine deutsch-französische Bilingua-Zone hervorgetan. "Der Schriftsteller André Weckmann hat in allen Gattungen bedeutende Werke geschrieben, der Europäer André Weckmann hat zeitlebens für ein besseres deutsch-französisches Verständnis geworben", betonte der Minister. Mit der Ehrung zeichnet die saarländische Landesregierung die internationalen künstlerischen und kulturpolitischen Erfolge des Schriftstellers aus dem Elsass aus. Gleichzeitig stellte Kultusminister Jürgen Schreier die Neuauflage des Buches "Wie die Würfel fallen" von Weckmann der Öffentlichkeit vor.
13.12.2004 Pressemeldung Ministerium für Bildung und Kultur SaarlandIn dem Roman "Wie die Würfel fallen" beschäftigt sich Weckmann, wie in vielen seiner anderen Werke, mit der schwierigen Identitätssuche und der wechselvollen Geschichte des lang umkämpften Grenzlandes seiner Heimat. Weckmann bekennt sich zum Elsass und zeichnet das Bild einer Bevölkerung, die innerhalb Europas im Wechsel zwischen deutscher und französischer Herrschaft ein besonderes Schicksal hatte. "André Weckmann ist es immer wieder gelungen, Brücken zu schlagen, sprachlich, literarisch und bei der Vermittlung zwischen den Kulturen", betonte Minister Jürgen Schreier bei der Lesung. Er habe die wechselvolle Geschichte seiner Heimat sensibel übersetzt und die Gelegenheit, Zugang zu verschiedenen Kulturräumen zu besitzen, genutzt, um als Vermittler tätig zu sein.
André Weckmann, wurde am 30. November 1924 in Steinberg bei Zabern im Unterelsass geboren. Mit 19 Jahren, 1943, wurde er zwangsweise zur Wehrmacht eingezogen. An der Ostfront verwundet, konnte er 1944 desertieren. Anschließend diente er in einer amerikanischen Einheit. Nach dem Krieg studierte André Weckmann Germanistik in Straßburg. Nach dem Studium arbeitete er zunächst als Kulturreferent in der Préfecture du Bas-Rhin. Jahrelang war er ebenfalls als Hörspielautor und freier Mitarbeiter beim Straßburger Rundfunk tätig. Von 1960 bis 1989 arbeitete er als Deutschlehrer in Straßburg. André Weckmann ist für sein künstlerisches und kulturpolitisches Schaffen mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet worden.
1976 erhielt er den Johann-Peter-Hebel-Preis, 1978 wurde ihm in Straßburg der Grand prix Georges Holderith de l'Institut des Arts et Traditions Populaires verliehen, 1979 erhielt er den schwedischen Mölle-Literaturpreis, 1986 den Jakob-Burckhardt-Preis in Basel, 1986 die O. E. Sutter-Gedenkmedaille Gengenbach und 1990 zusammen mit Adolf Muschg und Martin Walser die Carl-Zuckmayer-Medaille in Mainz. 1996 erhielt er den Friedestrompreis des Kreises Neuss, 1998 den Badisch-Elsässischen Kulturpreis Rastatt und den Preis des Turmschreibers von Deidesheim. 1999 erhielt er als erster Preisträger überhaupt den Gustav-Regler-Preis der Stadt Merzig für seine literarischen Verdienste um internationale und interkulturelle Verständigung. 2002 kam noch der Prix Européen de Langue Régionale hinzu. Die wichtigsten Werke des Schriftstellers André Weckmann:
- "Les nuits de Fastov" (Die Nächte in Fastov). Colmar (Alsatia) 1968.
- "Sechs Briefe aus Berlin". Colmar (Alsatia) 1969.
- "Wie die Würfel fallen". Kehl (Morstadt) 1981.
- "Odile oder das magische Dreieck". Kehl (Morstadt) 1986.
- "Plaidoyer pour une zone bilingue franco-allemande/Plädoyer für eine deutsch-französische Bilingual-Zone". Straßburg (SALDE) 1991.
- "Die Kultur des Zusammenlebens. Variationen zu einem schwierigen Thema". Eggingen (Isele) 1992.
- "Werkausgabe der elsässischen Gedichte von André Weckmann/Edition complète des ovres poétiques d'André Weckmann". Hg. von Peter André Bloch. Strasbourg (Oberlin).
- "Tamieh Heimat. Roman". Blieskastel (Gollenstein) 2003.
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