Männer wollen mehrheitlich das Elterngeld und eine bessere Vereinbarkeit von Vaterschaft und Beruf

"Wir sind bei der Suche nach einer Antwort auf die Frage, weshalb nur wenige Väter Elternzeit nehmen und sich an der Familienarbeit beteiligen, ein gutes Stück weiter gekommen", sagte die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Renate Schmidt, anlässlich der Vorstellung der repräsentativen Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach zu den "Einstellungen junger Männer zu Elternzeit, Elterngeld und Familienfreundlichkeit im Betrieb". "Allensbach zeigt," erklärte Bundesministerin Renate Schmidt, "dass das einkommensabhängige Elterngeld ein gutes und notwendiges Instrument nachhaltiger Familienpolitik ist: Gäbe es das Elterngeld, würden wesentlich mehr Väter in Elternzeit gehen als dies heute der Fall ist, und wesentlich mehr Männer würden sich für ein erstes oder ein weiteres Kind entscheiden. Das bedeutet, wir hätten mehr Väter und mehr Kinder und mehr zufriedene Mütter und Familien bei besseren Rahmenbedingungen."

06.09.2005 Pressemeldung Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

56 Prozent der Väter und Männer bis 44 Jahre mit (weiterem) Kinderwunsch sagen in der Allensbach-Umfrage im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, das einkommensabhängige Elterngeld in Höhe von bis zu 1.800 monatlich wäre für sie ein Anreiz, bis zu ein Jahr lang in Elternzeit zu gehen. Gleiches sagen 48 Prozent der Väter, die sich keine weiteren Kinder mehr wünschen.

Bestätigt werden durch die Umfrage unter 2.950 Personen, darunter 693 junge Männer bis 44 Jahre, zudem die Schwerpunkte, die Renate Schmidt in der von ihr initiierten Allianz für die Familie setzt: Familienfreundliche Arbeitszeitpolitik und betrieblich gestützte Kinderbetreuung stoßen auf hohes Interesse bei den Männern und (potentiellen) Vätern. An der Spitze der Vorschläge, die als wesentlich für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf genannt werden, werden von 86 Prozent der beruftätigen Väter flexiblere Arbeitszeiten genannt, gefolgt von betrieblichen Kinderbetreuungsangeboten (62 Prozent), mehr Möglichkeiten zur Teilzeitarbeit auch für Väter und ein betriebliches Klima, dass es Vätern erleichtert, ihr Recht auf Elternzeit in Anspruch zu nehmen (je 56 Prozent). "Familienfreundliche Arbeitsbedingungen für Väter bedeuten für die Väter selbst wie auch für alle anderen Befragten an erster Stelle flexible Arbeitszeiten", resümiert Allensbach.

Finanzielle und berufliche Gründe sind es auch vorrangig, die nach Angaben junger Männer gegen (weitere) Kinder sprechen, noch vor mangelnden Betreuungsmöglichkeiten. Mehr als ein Drittel aller befragten Väter und kinderlosen Männer (35 bzw. 33 Prozent) nennen diese als Hauptursachen für gewollte Kinderlosigkeit. "Eine Verbesserung der Rahmenbedingungen würde deshalb bei einem beträchtlichen Teil der Männer bedeutsame Hinderungsgründe gegen (weitere) Kinder abschwächen oder beseitigen", so Allensbach.

Das Bundesfamilienministerium hat daher bei der Prognos AG und work&life - forschung&beratung eine Expertise zu "Väterfamilienfreundlichen Maßnahmen im Unternehmen" in Auftrag gegeben, in der unter anderem drei gute Praxisbeispiele väterfreundlicher Personalpolitik als Anregung für weitere Unternehmen dargestellt sind.

Links:


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden