Ministerin Kraft unterzeichnet neue Zielvereinbarung mit Fachhochschule Gelsenkirchen
Nordrhein-Westfalen geht den nächsten Schritt seiner innovativen Hochschulpolitik: In diesen Wochen schließt das Ministerium für Wissenschaft und Forschung mit den 26 staatlichen Universitäten und Fachhochschulen des Landes die zweite Runde der Zielvereinbarungen ab. Wissenschaftsministerin Hannelore Kraft und der Rektor der Fachhochschule Gelsenkirchen, Professor Dr. Peter Schulte, unterzeichneten heute (18.04.) in Gelsenkirchen die Zielvereinbarung der zweiten Generation.
18.04.2005 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-WestfalenMinisterin Kraft: "Seit 2002 vollziehen wir in Nordrhein-Westfalen konsequent den Wechsel von der Hochschulsteuerung im Detail zur Hochschulkoordinierung. An die Stelle von Erlassen und Einzelentscheidungen treten Absprachen über Ziele und Entwicklungspotentiale jeder Hochschule. Land und Hochschule sind Vertragspartner, die miteinander einen gemeinsamen Weg zum Wohl des Hochschulstandorts Nordrhein-Westfalen festlegen. Im Kern geht es um die Profilbildung der Hochschulen, um die Stärkung ihrer nationalen und internationalen Wettbewerbsfähigkeit."
Auch wenn der Vertrag selbst eine Laufzeit von zwei Jahren hat, reicht der Planungshorizont zur fachlichen Entwicklung der Hochschulen bis zum Jahre 2010. In den Zielvereinbarungen werden unter anderem Profilbereiche vereinbart, in denen die Hochschulen ihre besonderen wissenschaftlichen Stärken entwickeln bzw. konsolidieren.
Damit stellen die Zielvereinbarungen ein wesentliches Element im Hochschulkonzept 2010 dar, das Ministerin Kraft vor einem Jahr als Reformpaket auf den Weg gebracht hat und das darauf abzielt, die Hochschulen zu modernisieren, sie stärker auf den internationalen Wettbewerb einzustellen, Eigenverantwortung zu stärken und nachhaltige Qualitätssicherung auszubauen. Kraft: "Nordrhein-Westfalen ist mit dem Hochschulkonzept 2010 insgesamt ein Reformmotor in Deutschland. Neben der zweiten Runde der Zielvereinbarungen und zunehmender Finanzfreiheit gehen wir seit Anfang dieses Jahres auch mit der Novelle des NRW-Hochschulgesetzes den Weg zu mehr Autonomie bei Personal und Organisation der Hochschulen. Zusammen mit Universitäten und Fachhochschulen gestalten wir in Nordrhein-Westfalen eine zielgerichtete Hochschulpolitik der Zukunft."
Die neuen Verträge schließen an die Zielvereinbarungen an, die das Land erstmals vor drei Jahren abgeschlossen hatte. Die Bilanz der ersten Vertragsrunde falle, so Ministerin Kraft, positiv aus. Es sei gelungen, die Hochschulen auf besondere Leistungsbereiche hin zu orientieren und daraus sichtbare Profile zu entwickeln.
Im Vorfeld der zweiten Zielvereinbarungen hatte das Wissenschaftsministerium landesweit schwächer ausgelastete Fächer einem systematischen Leistungsvergleich unterzogen. In einigen Fällen wurden dabei auch Arbeitsmarktperspektiven der Absolventen einbezogen. Daraus ergaben sich notwendige Anpassungen bei den Fachhochschulen zwischen 10 und 25 Prozent, unter anderem in den Lehr- und Forschungsbereichen Architektur, Chemieingenieurwesen/Chemie und Maschinenbau. Das entspricht einer Größenordnung von 3.164 Diplomstudienplätzen, die die Hochschulen in den nächsten Jahren für den Ausbau attraktiver Studienangebote nutzen können. Diese strukturellen Festlegungen bis 2010 bilden zusammen mit den Profilbereichen den Kern der Verträge.
Die Zielvereinbarung mit der Fachhochschule Gelsenkirchen sieht vor, dass die Hochschule sich in den nächsten Jahren auf bestimmte Schwerpunkte konzentriert:
- Als Profilbereiche wurden vereinbart:
o Entrepreneurship mit dem besonderen Schwerpunkt: "Wachstumsprozesse junger Unternehmen"
o Anwendungen in der Informationstechnik mit den Schwerpunkten: "Berührungslose 3-D-Messtechnik", "Bioinformatik/Datamining" und "Mechatronik"
o Stadtverkehr/Automobilwirtschaft
o Medizintechnik und Gesundheitsökonomie
- Die Fachhochschule Gelsenkirchen verpflichtet sich in besonderem Maße zur Unterstützung des Strukturwandels in der Region. So sollen mit dem Programm "Entrepreneurship und Gründerförderung" risikobereiten jungen Menschen Wege in die Selbstständigkeit aufgezeigt werden.
- Förderschwerpunkte in der Forschung sind die Kompetenzplattformen "Angewandte Energiesystemtechnik im Ruhrgebiet", gemeinsam mit der Fachhochschule Bochum, und "Neue Werkstoffe: Nanoskalige Materialien und funktionale Schichten", gemeinsam mit den Fachhochschulen Münster und Südwestfalen. Beide Kompetenzplattformen sollen weiter ausgebaut werden.
Ministerin Kraft: "Seit dem Abschluss der ersten Zielvereinbarung hat sich die Fachhochschule Gelsenkirchen sehr gut entwickelt - die Zahl der Studierenden ist gestiegen, und es konnten neue fachliche Angebote konzipiert werden. Mit der heute abgeschlossenen Zielvereinbarung geht die Hochschule ihren Weg zu internationaler Wettbewerbsfähigkeit und gleichzeitig regionaler Verankerung konsequent weiter."
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