Modellprojekt gegen Schulschwänzen erfolgreich
"Die wesentlichen Ziele des Modellprojektes ProgeSs, die Verringerung des Schulschwänzens durch eine verbesserte Zusammenarbeit zwischen Eltern, Schule, kommunalen Jugenddiensten und anderen externen Stellen konnten weitgehend erreicht werden. Auch die flankierenden Maßnahmen der Polizei haben nachweislich zu dem genannten Erfolg beigetragen", teilte der Niedersächsische Kultusminister Bernd Busemann heute in Hannover mit.
12.10.2005 Niedersachsen Pressemeldung Niedersächsisches KultusministeriumUnter Federführung des Kultusministeriums gemeinsam mit dem Ministerium für Inneres und Sport, dem Ministerium für Soziales, Frauen, Familie und Gesundheit und dem Justizministerium war das vom Landespräventionsrat koordinierte Projekt zur Vermeidung von unentschuldigter Abwesenheit im Unterricht von Mai 2002 bis Dezember 2004 durchgeführt worden. Insgesamt 78 Experimentalschulen und 65 Kontrollschulen in den Städten Hannover, Delmenhorst und Osnabrück sowie im Landkreis Friesland hatten an dem Projekt ProgeSs teilgenommen, das auf Schülerinnen, Schüler, Eltern, sonstige Sorgeberechtigte und auf Lehrkräfte zielte. Mit den Eltern wurden Vereinbarungen getroffen, in denen sie sich verpflichteten, stärker auf einen regelmäßigen Schulbesuch ihrer Kinder zu achten. Darüber hinaus wurde zwischen den teilnehmenden Schulen und den jeweiligen Elternhäusern an den Modellstandorten vertraglich eine frühzeitige Information sowie die gegenseitige Erreichbarkeit zum Beispiel über Mobiltelefon vereinbart. Mögliche, für das Schwänzen ursächliche Problemfelder wurden zunächst mit pädagogischen Mitteln bearbeitet. Bei hartnäckiger Schulverweigerung und einer nicht schnell zu behebenden Problemstruktur, waren externe Helfer wie z. B. kommunale Dienste oder Jugendämter eingeschaltet worden.
Als begleitende Maßnahme kontrollierten besonders geschulte Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte an den Pilotstandorten Kinder und Jugendliche, die sich während der Schulzeit in Spielhallen, Kaufhäusern, Einkaufszentren, Gaststätten, Bahnhöfen oder Haltestellen aufhielten. Nach einem erzieherischen Gespräch, in dem die Folgen von Schulverweigerung aufgezeigt wurden, erging die Aufforderung an die Schulschwänzer, unverzüglich die Schule aufzusuchen. Parallel wurde die Schule über den Fall informiert. "Wie auch in der Gewaltprävention hat sich dabei das gute Zusammenspiel zwischen Polizei, Schule und Jugendbehörden bewährt", stellte Innenminister Uwe Schünemann fest. "Alle Beteiligten haben im Sinne der betroffenen Kinder und Jugendlichen kooperativ und vernetzt zusammengearbeitet", erklärten auch Sozialministerin Ursula von der Leyen und Justizministerin Elisabeth Heister-Neumann, aus deren Haus der erste Anstoß für das Projekt gekommen war.
"Insgesamt konnte in den Modellregionen ein deutlicher Rückgang des Schwänzens festgestellt werden. Bewährt hat sich nach den vorliegenden Ergebnissen vor allem auch der Einsatz von unterstützender Sozialarbeit an den Schulen", so Kultusminister Busemann, der allen Beteiligten für ihren Einsatz abschließend dankte.
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