Neuregelung der deutschen Rechtschreibung: Reform tritt heute in Kraft

Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Brandenburgs Kulturministerin Prof. Dr. Johanna Wanka, hat sich erfreut darüber gezeigt, dass in 14 Bundesländern heute die Recht-schreibreform in Kraft treten kann. "Es war ein langer Weg und ein wichtiges Etappenziel ist erreicht", betonte Wanka. Mit Schuljahresbeginn 2005/2006 startet die 1996 beschlossene Neuregelung der deutschen Rechtschreibung (in der Fassung von 2004) auch an den dortigen Schulen. "Damit herrscht nun Klarheit und der Übergangszeitraum ist beendet, in dem bisherige Schreibweisen nur als veraltet gekennzeichnet, aber nicht als falsch gewertet wurden."

01.08.2005 Pressemeldung Sekretariat der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder

Ausgenommen sind zunächst die Bereiche Getrennt- und Zusammenschreibung, die Worttrennung am Zeilenende sowie die Interpunktion. Hier wird die alte Schreibweise weiterhin nicht als Fehler gezählt, weil seitens des von der Kultusministerkonferenz eingesetzten Rats für deutsche Rechtschreibung in diesen Bereichen Änderungen zu erwarten sind. Auf dieses Vorgehen hatte sich die Kultusministerkonferenz in ihrer Sitzung am 03.06.2005 verständigt. Maßgeblich ist damit das Amtliche Regelwerk in der überarbeiteten Fassung von 2004 (siehe unter www.rechtschreibkommission.de) mit Ausnahme der genannten Bereiche.

"Mit der Arbeit der vergangenen Monate hat die Kultusministerkonferenz auf Kritik an Teilen der Reform reagiert. Dem eigens eingerichteten Rat für deutsche Rechtschreibung obliegt es nun, die Entwicklung der Schriftsprache zu beobachten, Zweifelsfälle zu klären und ggf. Vorschläge für eine Anpassung des Regelwerks zu machen. Damit kommt dem Rat eine wichtige Funktion im Hinblick auf die Wahrung einer einheitlichen deutschen Rechtschreibung zu", betonte Wanka. In Absprache mit der KMK werden vom Rat nun vorrangig mögliche Änderungswünsche bei Getrennt- und Zusammenschreibung, Worttrennung am Zeilenende sowie Interpunktion erwartet, um auf dieser Grundlage die Reform formal abzuschließen.

Zugleich äußerte Wanka erneut die Hoffnung, dass auch die Länder Bayern und Nordrhein-Westfalen den Beschluss der KMK sowie der Ministerpräsidentenkonferenz rasch umsetzen.

Das Ausscheren der beiden Länder kurz vor dem 1. August hatte bei der KMK völliges Unverständnis hervorgerufen, zumal die Ministerpräsidentenkonferenz den Beschlüssen der Kultusministerkonferenz noch Ende Juni zugestimmt hatte.

"Es bringt keinen Zugewinn, wenn der große Teil der Reform, der unstrittig ist, später in Kraft tritt", so Wanka. Auch der Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz und Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, hat am 19. Juli 2005 in einem Schreiben an die Regierungschefs der Länder appelliert, bei der für die Rechtschreibreform beschlossenen Vorgehensweise zu bleiben.

Wanka weiter: "Wir müssen auch an unsere Abmachungen mit den anderen deutschsprachigen Ländern denken. In Österreich und der Schweiz wird die Neuregelung der Rechtschrei-bung wie in vierzehn deutschen Ländern vereinbarungsgemäß zum 1. August umgesetzt."


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