Niedersächsische Kulturstiftungen sichern Kulturgut für Landesmuseen

Die niedersächsischen Kulturstiftungen, die Landesmuseen, das Haus Hannover und das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur haben am (heutigen) Mittwoch im Haus des Sparkassenverbands Niedersachsen eine Auswahl der 47 Neuerwerbungen aus dem Vorabverkauf anlässlich der Auktion vom 5. bis 15. Oktober auf der Marienburg präsentiert. Das Haus Hannover hatte dieses Vorgehen durch seine Zusage an das Land ermöglicht, im Vorfeld der Auktion bedeutendes Kulturgut auszuwählen.

08.09.2005 Niedersachsen Pressemeldung Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur

Dass der Vorabkauf überhaupt möglich wurde, ist neben dem Entgegenkommen des Hauses Hannover insbesondere dem Zusammenwirken der großen niedersächsischen Kulturstiftungen zu verdanken: Die Stiftung Niedersachsen, die Niedersächsische Sparkassenstiftung, die Niedersächsische Lottostiftung, die Stiftung Nord/LB/Öffentliche, die Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz und die Borek Stiftung haben gemeinsam das Projekt von Beginn an unterstützt.

"Wir sind sehr stolz darauf, dass wir durch das finanzielle Engagement der niedersächsischen Kulturstiftungen, die fachliche Kompetenz der Museen und die konstruktive Zusammenarbeit mit dem Haus Hannover sicherstellen konnten, dass für unsere Landesgeschichte bedeutendes Kulturgut in den zuständigen Museen öffentlich zugänglich gemacht wird," so der Niedersächsische Minister für Wissenschaft und Kultur Lutz Stratmann. "Die niedersächsischen Kulturstiftungen haben dieses Ziel mit ihrer Bereitschaft, in der schwierigen Haushaltssituation des Landes diese Sicherung mitzufinanzieren, erst ermöglicht. Mein großer Dank gilt allen Beteiligten für die fruchtbare Zusammenarbeit", so der Kulturminister.

Das Niedersächsische Landesmuseum und das Historische Museum in Hannover, das Herzog-Anton-Ulrich-Museum, das Braunschweigische Landesmuseum und das Historische Museum in Braunschweig sowie das Bomann-Museum Celle konnten durch diese Kooperation ihre Sammlungen und Dauerausstellungen in wichtigen Bereichen ergänzen. Bei den ausgewählten Objekten handelt es sich weniger um kunsthistorische Spitzenstücke als um Kulturgut, das für die Geschichte Niedersachsens von herausragender Bedeutung ist.

Während einer Vorbesichtigung bei dem beauftragten Auktionshaus Sotheby´s am 15. Juni dieses Jahres konnten die Museumsdirektoren aus den rund 20.000 Auktionsgegenständen wie Gemälden, Porzellan, Silber und Glas eine gezielte Auswahl treffen. Auch konnten sie sich davon überzeugen, dass bei der Auktion auf der Marienburg kein nationales Kulturerbe versteigert wird, sondern dass es sich um Objekte handelt, die für ein breiteres Publikum von Interesse sind.

Beispiele aus den Neuerwerbungen sind: das Modell eines Schöpfwerkes zur Großen Fontäne in Herrenhausen, das die Pläne des Philosophen Gottfried Wilhelm Leibniz für eine Wasserkunst im Großen Garten visualisiert, ein Gemälde des letzten Celler Herzogs Georg Wilhelm, eine hölzerne Wasserflasche aus den Ausrüstungsgegenständen der Kings German Legion, das Bildnis Herzog August Wilhelm zu Braunschweig und Lüneburg des Hofmalers der Braunschweiger Herzöge Christoph Bernhard Francke sowie eine Silberne Kaminuhr, die ein Geschenk zur Erinnerung an die Hochzeit von Herzog Ernst August und Kaisertochter Victoria Luise am 24. Mai 1913 in Berlin war.

Das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur hatte sich anlässlich der bevorstehenden Auktion des Hauses Hannover auf der Marienburg zum Ziel gesetzt, für die niedersächsische Geschichte wichtige Objekte im Land zu halten. Dieses Ziel ist jetzt erreicht.


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