NRW bewirbt sich um Koordinierungsbüro für deutsch-russischen Jugendaustausch

Das Land Nordrhein-Westfalen hat sich um die Ansiedlung des Koordinierungsbüros für den geplanten deutsch-russischen Jugendaustausch in Bonn beworben. Eine entsprechende Bewerbung wurde heute vom Ministerium für Schule, Jugend und Kinder in NRW an das Bundesjugendministerium gerichtet.

31.01.2005 Pressemeldung Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen

Im Dezember des vergangenen Jahres hatten Bundeskanzler Schröder und der russische Präsident Putin ein Abkommen über die jugendpolitische Zusammenarbeit geschlossen. In dessen Zentrum soll der Austausch von Jugendlichen "aus allen gesellschaftlichen Bereichen und sozialen Schichten beider Länder, bei gleichen Zugangschancen" stehen. Der Austausch von Schülerinnen und Schülern soll ebenso dazugehören, wie der von Auszubildenden oder Mitgliedern von Jugendorganisationen.

Der Austausch soll sowohl aus öffentlichen wie auch aus privaten Mitteln gefördert werden - vor allem mit Hilfe des Kinder- und Jugendplans der Bundesregierung, der Robert-Bosch-Stiftung sowie der im Ostausschuss der deutschen Wirtschaft zusammengeschlossenen Firmen.

Zur Organisation des Jugendaustauschs sollen in Deutschland und Russland Nationale Koordinierungsbüros eingerichtet werden. Das Land Nordrhein-Westfalen hat sich nun darum beworben, dieses Koordinierungsbüro in Bonn einzurichten. In der Bewerbung wird darauf verwiesen, dass NRW seit vielen Jahren auf verschiedensten Feldern intensive Beziehungen zu Russland pflegt. So wurde bereits 1989 eine förmliche Zusammenarbeit mit der heutigen Russischen Förderation unter anderem in den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur vereinbart. Über 400 nordrhein-westfälische Firmen sind in Moskau akkreditiert, zahlreiche Hochschulen aus NRW haben russische Partnerhochschulen, mehr als zwanzig Städte aus NRW haben russische Partnerstädte. Die Zusammenarbeit mit Russland steht seit vielen Jahren im Zentrum der nordrhein-westfälischen Jugendpolitik - so etwa mit der 1994 begonnenen Projektreihe "Neue Brücken bauen", die unter anderem das Ziel verfolgte, die Beziehungen auf der Ebene der Jugendorganisationen, der offenen Kinder- und Jugendarbeit, der Jugendkultur und des Kinder- und Jugendschutzes zu entwickeln.

NRW strebt mit der Bewerbung ein internationales Jugendhaus in Bonn mit einer starken europapolitischen Perspektive an. Unter einem Dach soll neben dem Koordinierungsbüro der Internationale Jugendaustausch und Besucherdienst der Bundesrepublik Deutschland e. V. IJAB, bei dem bereits schon "JUGEND für Europa", die Deutsche Agentur für das EU-Aktionsprogramm JUGEND angesiedelt ist, untergebracht werden. Damit wäre das Koordinierungsbüro in einem Umfeld angesiedelt, das über intensive und effektive Verbindungen verfügt, die für die jugendpolitische Kooperation mit Russland genutzt werden können. Ein solches "Haus der internationalen Jugendzusammenarbeit" könnte wie kein anderes europaweit für die deutsch-russische Jugendzusammenarbeit und den Schüleraustausch werben.

Bonn, so die Bewerbung weiter, sei ein idealer Standort für das Koordinierungsbüro. Die Stadt biete unter anderem als Sitz zahlreicher internationaler Organisationen, als Wissenschaftsstandort sowie als Sitz des Pädagogischen Austauschdienstes und des Deutschen Akademischen Austauschdienstes ein hervorragendes Umfeld für eine solche Einrichtung.

Das Land NRW ist bereit, sich an den Mietkosten für das Koordinierungsbüro so zu beteiligen, dass in der Praxis für mindestens 25 Jahre Mietfreiheit ermöglicht wird. Zudem sollen mit Mitteln aus dem Landesjugendplan Personal und Sachkosten für den Jugendbereich übernommen werden. Auch die Stadt Bonn hat personelle Unterstützung zugesagt. Die Entscheidung über den Sitz des Koordinierungsbüros soll im Februar fallen. Das Büro soll im Frühjahr 2005 eröffnet werden.


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