Preise für sechs Berliner Anti-Gewalt-Projekte

Vor den rund 700 Gästen des 6. Berliner Präventionstages am Donnerstag in Berlin hat Berlins Regierender Bürgermeister, Klaus Wowereit, sechs Projekte mit dem Berliner Präventionspreis 2005 der Landeskommission Berlin gegen Gewalt ausgezeichnet.

24.11.2005 Berlin Pressemeldung Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung

Ein mit 5.000 Euro dotierter 1. Preis ging an das Projekt "Präventionswoche – Rollenspiel einer typischen gewalttätigen Handlung männlicher Jugendlicher" der Pommern – Oberschule. In einer Präventionswoche wurde die wahre Geschichte einer Körperverletzung in einer Jugendgruppe nachgespielt: Anzeige, Festnahme und Vernehmungen durch die Polizei im Abschnitt 25, Verhandlung im Amtsgericht Tiergarten. Richter, Staatsanwältin, Jugendgerichtshilfe und Rechtsanwalt waren als Professionelle dabei. Ein Besuch in der Justizvollzugsanstalt Tegel rundete die Präventionswoche ab, zu der auch viele sportliche Aktivitäten und Gespräche gehörten.

Ebenfalls mit einem 1. Preis und 5.000 Euro ist das Projekt "Mann – Sein" des Vereins Mann – O – Meter in Kooperation mit der Justizvollzugsanstalt Charlottenburg ausgezeichnet worden. Thema des sozialen Trainings ist das "Mann – Sein": Inhaftierte sprechen über die Rolle des Mannes, über die Konstruktion männlicher Identität, über Aggressionen und Sexualität. Ziel des Projektes ist, Männlichkeit zu leben, ohne anderen und sich selbst zu schaden.

Der 3. Preis und damit 2.500 Euro ging an das Projekt "Wie gelingt es Jungen bei Grenzverletzungen nicht mitzumachen?" des Vereins Strohhalm e. V. Im Rollenspiel wird die alltägliche "kleine Gewalt" von Jungen an Mädchen thematisiert. Wie weit dürfen Jungen gehen, wenn sie ihren Spaß haben wollen? Wie erkennen sie Grenzen? Wie können sie sich dem Druck der Gruppe entziehen?

Den von der Initiative Schutz vor Kriminalität gestiftete und mit 1.500 Euro dotierte Sonderpreis erhielt das Projekt "Jungengruppe des DTK Wasserturm" der Sportjugend Berlin in Kooperation mit dem Bezirksamt Friedrichshain Kreuzberg: Jungenarbeit mit arabischen und türkischen Jugendlichen.

Der von der Unfallkasse Berlin gestiftete und mit 1.000 Euro dotierte Sonderpreis ging an das Projekt "Wer schlägt Joey? Oder wollen wir das gar nicht wissen?" der Märkischen Grundschule: Theater von Schülerinnen und Schülern zum Thema Gewalt.

Das Projekt "4Uman" des Vereins Cream e. V. - eine Internetseite zur Aufklärung von Männern, die in Partnerschaften physische und psychische Gewalt ausüben - erhielt den von der SECURITAS Sicherheitsdienste GmbH & Co.KG gestifteten und mit 1.000 Euro dotierten Sonderpreis.

Der Vorsitzende der Landeskommission Berlin gegen Gewalt, Staatssekretär Thomas Härtel erklärt: "Der Berliner Präventionspreis ist ein wichtiges Instrument zur Förderung und Weiterentwicklung der gewalt- und kriminalpräventiven Arbeit in unserer Stadt. In den letzten sechs Jahren wurden insgesamt 36 Projekte aus den verschiedensten Bereichen der Antigewaltarbeit ausgezeichnet. Damit will die Landeskommission die gewalt- und kriminalpräventive Arbeit von Jugendhilfe, Polizei, Schulen, Netzwerke sowie Projekte für Frauen und Mädchen öffentlich anerkennen."

Weitere Informationen finden Sie unter www.berlin-gegen-gewalt.de.


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