Presseerklärung des Grundschulverbandes zur Rechtschreibreform
10.08.2004 Pressemeldung Grundschulverband e.V.
Mehr Logik, weniger Drill
Die aufgewärmte Diskussionslage um die Rechtschreibreform ist absurd. Seit Jahren ist sie in den Grundschulen erfolgreich umgesetzt - zum Wohle einsichtsvolleren Lernens - mit mehr Logik und weniger Drill. Die Rechtschreibreform wurde seinerzeit von den Grundschulen begrüßt. Was gehofft wurde, ist auch eingetreten: Die neuen Regeln der Rechtschreibung sind besser zu vermitteln.
Nur drei Beispiele:
- Getrennt wird nach Sprechsilben (ohne solche Ausnahmen wie "Trenne nie st ...");
- die Schreibweisen orientieren sich an den Wortstämmen (Schifffahrt mit drei f, weil es aus zwei Wörtern zusammengesetzt ist, die drei f mitbringen);
- die S-Schreibung ist eindeutiger (Schloss mit zwei s, weil das o kurz gesprochen wird und Schlösser auch zwei s hat).
Damit ist mehr Logik im Rechtschreibunterricht möglich, auf mancherlei Drill (wie das ewige "Für-Diktate-Üben") kann verzichtet werden.
Natürlich hätten wir uns eine umfassendere Reform gewünscht, die das Rechtschreiben besser lehrbar macht. Aber die war nicht zu haben. Nun sind wir nach jahrzehntelangem Hin und Her froh über wenigstens dieses Reförmchen. Den Kindern kommt sie zu Gute.
Und was Grundschulkinder lernen können, sollte doch wohl Journalisten, Ministerpräsidenten und Literaten zuzumuten sein.
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