"Qualitätsoffensive für die Universitäten" ermöglicht attraktive Arbeitsbedingungen

"Baden-Württemberg ist im Wettbewerb um die besten Köpfe der Professorinnen und Professoren gut positioniert. Mit der ´Qualitätsoffensive für die Universitäten´ haben wir die Basis für nationale und internationale Spitzenberufungen geschaffen."

10.09.2004 Baden-Württemberg Pressemeldung Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg

Diese Bilanz zog Wissenschaftsminister Prof. Dr. Peter Frankenberg am 10. September in Stuttgart. "Es ist ein zentraler Aspekt unserer Hochschulpolitik, Konkurrenz um Spitzenleistung als Instrument der Qualitätssicherung stärker zur Geltung zu bringen. Dies gilt vor allem auch im Wettbewerb um die besten Lehrpersonen", erklärte der Minister.

Das Programm "Qualitätsoffensive für die Universitäten des Landes Baden-Württemberg" wurde im Herbst 2002 mit einem Kostenvolumen von 20 Mio. Euro beschlossen. Die Mittel werden über die Zukunftsoffensive III aus dem Erlös des Verkaufs der Landesanteile an der Energie Baden-Württemberg (EnBW) finanziert. Mit zusätzlichen Ausstattungsmitteln sollen zur Gewinnung herausragender Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, insbesondere auch aus dem Ausland, besonders attraktive Arbeitsbedingungen geschaffen werden, die unter den üblichen Konditionen nicht zu erreichen sind. Dadurch werden Impulse für innovative neue Arbeitsgebiete vor allem im Bereich der zentralen Schlüsseltechnologien und auf besonders zukunftsträchtigen, risikoreichen Forschungsgebieten erwartet. In bislang sieben Antragsrunden wurden Mittel in Höhe von über zehn Mio. € für 14 Professuren bewilligt. Gefördert wird die investive Ausstattung der Professur einschließlich kleinerer Baumaßnahmen. Die Förderung beläuft sich auf maximal 1,5 Mio. Euro pro Professur.

Als erstes in einer Reihe von Projekten stellte Minister Frankenberg ein Karlsruher Forschungsprojekt vor.

Gewonnen werden konnte zum Beispiel Prof. Dr. Stefan Bräse für den vakanten Lehrstuhl für Organische Chemie an der Fakultät für Chemie und Biowissenschaften der Universität Karlsruhe. Prof. Bräse zählt zu den international führenden Organikern, die auf dem Gebiet der Synthetischen Chemie tätig sind, einem besonders zukunftsweisenden Zweig der Life Sciences. Er hat in seiner jungen Karriere (Jahrgang 1967) bereits vier Rufe erhalten, zwei davon auf Lehrstühle. Sein wissenschaftliches Renommee ist durch mehrere Preise und zahlreiche Publikationen belegt.

Stefan Bräse befasst sich mit der künstlichen Herstellung biologisch aktiver Naturstoffe und analoger Verbindungen, die in Medizin und Pharmazie als Medikamente, zum Beispiel als Schmerzmittel, eingesetzt werden können. Als Vorbilder dienen Pflanzen, Pilze oder Bakterien, die bestimmte Moleküle produzieren, die ihrerseits eine therapeutische Wirkung aufweisen. Beispiele hierfür sind komplexe Moleküle wie Cannabinoide oder so genannte Secalonsäuren. Cannabinoide werden aus der Hanfpflanze gewonnen und sind wegen ihrer schmerzlindernden Wirkung bekannt. Secalonsäuren kommen in dem Schlauchpilz Claviceps purpurea ("Mutterkorn") vor und weisen unter anderem eine antibakterielle Wirkung auf. Um diese Stoffe im industriellen Maßstab für Medikamente einsetzen zu können, reicht das natürliche Vorkommen nicht aus.

Voraussetzung für die Synthese der hochkomplexen Moleküle ist zunächst das Verständnis der Strukturen auf molekularer Ebene. Hierfür werden modernste Technologien benötigt, insbesondere so genannte Hochfeld-Kernresonanzspektrometer.

Prof. Bräse hat in den USA (University of Wisconsin in Madison) sowie in Deutschland (Universität Bonn) bereits vielfältige Erfahrung damit gewinnen können und die Annahme seines Rufes an die Universität Karlsruhe von der Anschaffung eines solchen Großinstrumentes abhängig gemacht. Die Universität hat dies nachdrücklich unterstützt, denn mit der Berufung von Prof. Bräse ist die Einrichtung einer neuen Forschungsrichtung im Bereich der kombinatorischen organischen Chemie komplexer Biomoleküle verbunden. Diese Neuausrichtung des Lehrstuhls hat Wissenschaftsminister Frankenberg ausdrücklich begrüßt, denn sie bedeutet eine weitere Stärkung der Kompetenz der Universität im Bereich der Nanobiologie. Von den Gesamtinvestitionen von über 1,5 Mio. Euro stellt das Land 562.600 Euro zur Verfügung. "Aufgrund der herausgehobenen fachlichen Qualifikation von Prof. Bräse sind innovative Entwicklungen in Forschung und Lehre zu erwarten. Die Gewinnung von Stefan Bräse ist damit ein wichtiger Beitrag zur Profilschärfung und damit zur internationalen Wettbewerbsfähigkeit der Universität Karlsruhe", betonte Minister Frankenberg.


Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden