Schleswig-Holstein intensiviert Leseförderung an Hauptschulen

"Ohne ausreichende Lesekompetenz können Schülerinnen und Schüler von Hauptschulen den Anforderungen von Gesellschaft und Arbeitswelt nicht Stand halten", sagte Bildungsstaatsekretär Wolfgang Meyer-Hesemann heute (12. Oktober) in Kiel. Der Staatsekretär gab in der Max-Tau-Schule den Startschuss für das Projekt "Niemanden zurücklassen - Lesen macht stark": "Der Name ist Programm. Wir stellen uns der Aufgabe, benachteiligten Kindern und Jugendlichen bessere Chancen zu eröffnen."

12.10.2006 Schleswig-Holstein Pressemeldung Ministerium für Schule und Berufsbildung des Landes Schleswig-Holstein

50 Hauptschulen bekämen deshalb jetzt spezielle Materialien und zusätzliche Unterstützung zur Leseförderung. Zunächst werde die Lesefähigkeit der bis zu 10.000 teilnehmenden Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 5 bis 9 getestet. Dann werde ihre Lesekompetenz fächerüberschreitend sowie durch Lesepaten gefördert. Zugleich erhielten die Lehrer Fortbildungen und die Schulleitungen durch externe Beratung Unterstützung, damit ihre Schülerinnen und Schüler Texte künftig besser lesen und verstehen können. Meyer-Hesemann sagte, dass mit dem neuen Schulgesetz nun auch rechtlich ein Paradigmenwechsel eingeleitet werde, der in vielen Ländern die Regel sei: Die individuelle Förderung eines jeden Kindes. Die Schule der Zukunft erfordere eine Pädagogik der Vielfalt, die "individuelle Unterschiede als Bereicherung" begreife.

Der Leiter des Projekts, Thomas Riecke-Baulecke (Direktor des Instituts für Qualitätsentwicklung an Schulen in Schleswig-Holstein), hob hervor, dass Lesekompetenz die Schlüsselqualifikation schlechthin sei, um in der Wissensgesellschaft bestehen zu können. Gab es noch in Zeiten der Industriegesellschaft eine Vielzahl von Beschäftigungsmöglichkeiten mit relativ geringer Qualifikation, so hat sich die Lage drastisch geändert. "Notwendig ist eine gesellschaftliche Kraftanstrengung, um das Bildungsniveau zu heben. Mit "Niemanden zurücklassen" werden klare und ehrgeizige Ziele verfolgt: So soll die Anzahl der Schüler, die über Mindeststandards bei der Lesekompetenz verfügen, innerhalb von drei Jahren deutlich und nachweisbar erhöht werden." Träger des Projektes sind das Ministerium für Bildung und Frauen, das Ministerium für Justiz, Arbeit und Europa, das Jugendaufbauwerk und das IQSH.


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