"Sprache und Lesen sind der Schlüssel zu Bildung und Wissen"

"Sprache und Lesen sind der Schlüssel zu Bildung und Wissen, denn Lesen eröffnet neue Erfahrungswelten, die für die Entwicklung von Kindern von großer Bedeutung sind. Ohne hinreichende Lesefähigkeit bleiben den Kindern die Zugänge zu Bildung und persönlichem Erfolg verschlossen. Aus diesem Grund hat die hessische Landesregierung die Förderung der Lesefähigkeit von Kindern im Grundschulalter zu einem zentralen Thema gemacht", erklärt Kultusministerin Karin Wolff bei der heutigen Pressekonferenz.

27.06.2007 Hessen Pressemeldung Hessisches Ministerium für Kultus, Bildung und Chancen

Alle hessischen Grundschulen haben sich seit 2005 intensiv mit Maßnahmen zur Steigerung der Lesekompetenz ihrer Schülerinnen und Schüler auseinandergesetzt. Der Lesetest, der in diesem Schuljahr vom 07. - 11. Mai an 35 hessischen Grundschulklassen durchgeführt wurde, gilt als Probelauf vor der landesweiten Umsetzung im Schuljahr 2007/ 2008. Er war eine Leistungsfeststellung im Bereich des stillen, sinnerfassenden Lesens und hatte den Zweck, die Lesefähigkeit der Schülerinnen und Schüler am Ende der zweiten Jahrgangsstufe zu ermitteln.

"Das Ergebnis ist vielversprechend: 99,1% der getesteten Kinder verfügen über grundlegende Lesetechniken des Schriftspracherwerbs und 62% bereits über Fähigkeiten der komplexeren Texterschließung. Die Resultate der Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund weichen zwar vom Gesamtergebnis ab, trotzdem wurden auch hier die Zielsetzungen in den einzelnen Aufgabenbereichen erreicht", erläutert Wolff die Erkenntnisse des Lesetests.

Der Test gliederte sich in drei Teile, bestehend aus Aufgaben zur Worterkennung, zum Einzelsatzlesen und dem Lesen eines längeren Textes mit anschließenden Fragen zum Verständnis. Insgesamt nahmen 696 Kinder in 15 Schulamtsbezirken an dem Lesetest teil.

"Es wird mit Sicherheit Kritiker geben, die von einer Art Testüberflutung sprechen werden und der Landesregierung eine zunehmende Kontrolle der Schulen vorwerfen. Dem kann ich klar entgegen halten, dass ein solcher Vergleich als Orientierungsrahmen genau die Sicherheit bietet, um sich zu vergewissern, ob einzelne Standards der Leseleistung erreicht worden sind - gerade vor dem Hintergrund einer zunehmenden Vielfalt in der Gestaltung des Anfangsunterrichts und der Methodik des Lese- und Schreibunterrichts. Natürlich ist das Lesen- und Schreibenlernen das Tagesgeschäft unserer Grundschulen, doch eine individuelle Förderung aller Kinder ist nur dann möglich, wenn zuvor der Lernentwicklungsstand hinreichend erkannt wurde. Lesekompetenz ist eine wichtige Schlüsselqualifikation für alle Fächer und damit zur Bewältigung des Alltags. Wenn ein Kind Entwicklungsschwierigkeiten im Fach Deutsch hat und das nicht frühzeitig entdeckt und individuell gefördert wird, besteht die Gefahr, dass es auch in anderen Fächern den Anschluss verliert. Unser Ziel ist, jedem Kind die Chance auf eine erfolgreiche Schulkarriere zu ermöglichen und deshalb ist das Ergebnis des Lesetests Bestätigung und Ansporn für unsere weitere Arbeit in den Grundschulen."

Hintergrund:

Die internationale Grundschul-Lese-Untersuchung IGLU untersuchte 2001 die Lesekompetenz von Kindern am Ende der vierten Jahrgangsstufe. Damals wurde deutlich, dass nicht alle Schülerinnen und Schüler am Ende der Grundschulzeit sinnerfassend altersgemäße Texte lesen konnten. Die Ergebnisse führten zu der Frage, ob zumindest ein Teil der Schülerinnen und Schüler bereits in der zweiten Jahrgangsstufe Schwierigkeiten beim Lesen habe. Hessen ergriff darauf hin die Initiative und forcierte eine intensivere Auseinandersetzung mit Maßnahmen zur Steigerung der Leseförderung zu Beginn der Grundschulzeit. Im Jahr 2005 setzte es sich die Hessische Landesregierung daher zum Ziel, dass bis zum Schuljahr 2007/ 2008 alle Schülerinnen und Schüler am Ende des zweiten Grundschuljahres altersgemäße Texte sinnerfassend lesen können sollen.


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden