Staatssekretär Freller stellt Initiative KESS vor: "Bildung und Erziehung als Aufgabe der ganzen Gesellschaft begreifen"
"Bildung und Erziehung muss als Aufgabe der ganzen Gesellschaft begriffen werden, wenn sie erfolgreich sein will", stellte Kultusstaatssekretär Karl Freller gestern Abend in Mainburg bei der Präsentation des Projekts KESS fest. Die Initiative "Kompetenz Extern für Schule und Schullandheim" lebe von diesem Gedanken, der gerade in letzter Zeit in den Mittelpunkt der Bildungsdiskussion gerückt ist.
28.07.2006 Bayern Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und KultusKESS stelle hier ein Projekt mit Symbolcharakter dar. Mit KESS sollen Eltern und Erziehungsberechtigte, aber auch Bürgerinnen und Bürger allgemein, durch Qualifizierung als so genannte "Elternexperten" aktiv am schulischen Erziehungsprozess beteiligt werden. Dadurch soll einerseits das Verständnis der Eltern für Organisations-, Lehr- und Erziehungsprobleme der Schule gefördert, andererseits das Vertrauensverhältnis der am Schulleben Beteiligten gestärkt werden.
"Ob es sich um die Vermittlung von Werten, das Pochen auf Disziplin und Selbstdisziplin, die Ermutigung zu hohen Leistungsstandards oder ein Nutzungsverbot für Handys in den Schulen handelt", so Freller, "wir wissen: Unsere Bildungsideen und -konzepte können ihre volle Wirksamkeit nur dann entfalten, wenn sie von der ganzen Gesellschaft gestützt und getragen werden." KESS greife auf das vorhandene Erziehungswissen und die reichhaltige Erfahrung der Eltern zurück. "Diese Voraussetzungen werden systematisch eingebunden und nutzbar gemacht", so Freller. "Klare Qualitätsstandards sorgen dabei dafür, dass die Kinder von den Eltern-Experten nicht nur beaufsichtigt, sondern umfassend gefördert werden."
Konkret sollen in einer ersten Projektphase geeignete Qualifizierungskurse entwickelt werden. Nach der eigentlichen Qualifizierungsphase wird das Modell beispielsweise bei Schullandheimaufenthalten oder regionalen Angeboten an Schulen erprobt und anschließend ausgewertet und evaluiert. Bei einem erfolgreichen Projektverlauf soll das Modell flächendeckend in ganz Bayern eingeführt werden.
Zur Durchführung des Projekts kooperiert die Volkshochschule Mainburg mit dem Bayerischen Schullandheimwerk, dem Bayerischen Rundfunk und dem Bayerischen Volkshochschulverband. Das Bayerische Kultusministerium fördert das Projekt mit insgesamt 70.000 Euro aus Mitteln des Kulturfonds.
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