Start der Aktionstage Kinderbetreuung

Immer mehr Städte und Gemeinden investieren in die Kinderbetreuung für die Kleinsten, weil sie für Familien attraktiv sein wollen. Das Tagesbetreuungsausbaugesetz (TAG), das seit Anfang 2005 gilt, unterstützt sie darin. Nun informieren eine Reihe von Kommunen mit dem Bundesfamilienministerium exemplarisch über ihre Aktivitäten für Kinder und Familien. Bundesministerin Renate Schmidt gab heute in Berlin gemeinsam mit Kommunalpolitikern den Start für die "Aktionstage Kinderbetreuung".

13.07.2005 Pressemeldung Bundesministerium für Bildung und Forschung

Die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Renate Schmidt, hob hervor: "Immer mehr Kommunen sagen Ja zu Kindern und schaffen Plätze in Krippen und bei Tagesmüttern für die Kleinsten. Der Anfang für mehr Betreuung ist gesetzt. Die guten Beispiele verbreiten wir nun öffentlich durch Aktionstage vor Ort, damit noch mehr Bürgermeister erkennen: Investitionen in Familienfreundlichkeit sind Investitionen in den Standort und in die Zukunft unseres Landes."

Die neue Kinderbetreuungsstudie des Deutschen Jugendinstituts, für die 8.000 Eltern befragt wurden, bestätigt den hohen Bedarf an Betreuungsplätzen: Durchschnittlich 10 Prozent der Eltern wünschen sich im ersten Lebensjahr des Kindes eine Betreuung, im zweiten Jahr bereits ein Drittel (27 Prozent), im dritten Jahr deutlich mehr als die Hälfte der Eltern (55 Prozent).

Die "Aktionstage Kinderbetreuung" sind der Anfang einer Reihe von Angeboten des Bundesministeriums, die den Kommunen helfen, den Dialog mit Eltern und Öffentlichkeit über den Ausbau der Kinderbetreuung zu suchen. Die ersten Aktionstage finden zwischen dem 12. August und dem 2. September in Halle, Bonn, Eschborn und Dortmund statt. Das Bundesministerium stellt allen 615 Jugendämtern in Deutschland Informationsmaterialien zum Tagesbetreuungsausbaugesetz zur Verfügung und gibt Unterstützung für die Information von Eltern, Multiplikatoren und Fachleuten im kommunalen Umfeld.

In Eschborn entstehen Betreuungsplätze in Kooperation mit vielen der ansässigen Unternehmen. "Die Grundlage für eine erfolgreiche Standortpolitik und ein familienfreundliches Gemeinwesen ist die Vernetzung von wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Interessen und die Balance zwischen Familie, Beruf und Freizeit. In Eschborn leisten Wirtschaft, Kommune und Bürgerschaft gemeinsam ihren Beitrag für einen modernen und zukunftsorientierten Lebens- und Arbeitsstandort für Familien in der Rhein-Main-Region. Unsere wichtigste Aufgabe liegt auch zukünftig in der Vernetzung der vorhandenen Kompetenzen und in der Stärkung und Unterstützung vielfältiger Initiativen. Nur so kann Politik, Wirtschaft und Gemeinwesen zukünftig den komplexen Anforderungen eines familien- und berufsorientierten Standortes begegnen", so Wilhelm Speckhardt, Bürgermeister von Eschborn.

"Die Stadt Dortmund versteht sich als Teil des bundesweiten Engagements. Familien brauchen Zukunft. Sie sind eine tragende Säule unserer Gesellschaft, unserer Städte. Hier entscheidet sich, ob die Menschen sich wohlfühlen - hier leben und arbeiten sie. Ein familienfreundliches Klima ist heute - neben den Arbeitsplätzen - der wichtigste politische Schwerpunkt. Die Ausweitung der Ganztagsangebote für alle Altersgruppen ist dabei in Dortmund eine zentrale Zielsetzung. Noch in diesem Jahr werden wir 200 weitere Plätze für unter Dreijährige und 1.100 neue Plätze in offenen Ganztagsschulen für Schulkinder schaffen", sagte Siegfried Pogadl, Sozialdezernent der Stadt Dortmund.

"Die AWO begrüßt das TAG nachdrücklich und beteiligt sich an der Umsetzung. Bei der Versorgung mit Plätzen für Kinder unter drei Jahren ist die Bundesrepublik Deutschland in Europa nach wie vor Schlusslicht. Das gilt es im Interesse der Kinder, ihrer Zukunftschancen, ihrer Eltern aber auch der gesamten Gesellschaft zu ändern. Eine Gesellschaft, in der ein Drittel der Frauen und Männer kinderlos sind, ist inhuman und hat keine Zukunftsperspektive. Dies gilt es zu ändern. Dabei ist für uns das TAG nur der erste Schritt. Konsequenterweise müssen alle Bildungs-, Betreuungs- und Erziehungsangebote für Kinder mit einem Rechtsanspruch versehen werden - von Geburt an - und es muss ein kostenfreier Zugang für alle Kinder zur Verfügung stehen. Nur so können alle Bildungspotenziale ausgeschöpft, kann ein Leben mit Beruf und Familie für die Eltern gewährleistet und die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft gesichert werden", betonte Ilsa Diller-Murschall, stellvertretende Geschäftsführerin des Bundesvorstands der Arbeiterwohlfahrt.

Mit dem Tagesbetreuungsausbaugesetz entstehen bis zum Jahr 2010 über 230.000 neue Betreuungsplätze in Krippen und bei Tagesmüttern. Der Bund trägt mit 1,5 Mrd. Euro, um die die Länder durch die Arbeitsmarktreform für den Ausbau der Kinderbetreuung entlastet worden sind, einen Großteil der Kosten für die neuen Plätze.

Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.deutschland-wird-familienfreundlich.de.


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