Stiftung Bildungspakt Bayern startete repräsentative Umfrage zur Kooperation zwischen Schulen und Eltern

Die Stiftung Bildungspakt Bayern hat im Rahmen des Elternprojekts "V.i.P. – Vertrauen in Partnerschaft" erstmalig in Deutschland eine repräsentative Erhebung zur Zusammenarbeit zwischen Elternhaus und Schule an öffentlichen und privaten Schulen durchgeführt. Ziel war es, eine verlässliche Datenbasis für die Weiterentwicklung der Elternarbeit zu erhalten. Beauftragt mit der Studie wurde Professor Werner Sacher, Lehrstuhl für Schulpädagogik an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.

13.10.2004 Bayern Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

Im Zeitraum Juni/Juli 2004 wurden Eltern, Elternbeiräte, Lehrer und Schulleitungen an 500 zufällig ausgewählten Schulen mit Hilfe umfangreicher Fragebögen um ihre Meinung gebeten. Die erfreuliche Resonanz zeigt das große Interesse auf Seiten der Eltern und Lehrer: Die Rücklaufquote beträgt 74 Prozent. Damit wurden sieben Prozent aller bayerischen Schulen erfasst.

Erste Ergebnisse der Umfrage liegen jetzt vor. Eine weitere Detailanalyse folgt zu Beginn des kommenden Jahres. Kultusministerin Monika Hohlmeier, Ratsvorsitzende der Stiftung Bildungspakt Bayern, bedankte sich bei den Schulen für die engagierte Beteiligung. "Ich bin mir sicher, dass die Umfrage neue Impulse für die Elternarbeit an Bayerns Schulen geben wird", sagte Hohlmeier. Staatssekretär Karl Freller, Vorstandsvorsitzender der Stiftung, hob hervor: "Die Stiftung leistet in punkto Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus Pionierarbeit."

Bei der Umfrage wurden unter anderen drei Aspekte untersucht:

  1. die Atmosphäre zwischen Elternhaus und Schule,
  2. die Wirksamkeit der verschiedenen Modelle der Kontaktaufnahme, beispielsweise der Elternsprechtage,
  3. die wichtigsten Gesprächsthemen zwischen Eltern und Lehrern.

Die wichtigsten Ergebnisse der Studie in Kürze:

  1. Lehrer wollen erziehen. In überwältigender Mehrheit bekennen sich die Lehrkräfte zur Erziehungsaufgabe der Schule. Im Gegensatz zum Bild in der Öffentlichkeit wollen sich Lehrkräfte nicht allein auf ihre Fächer konzentrieren, sondern sehen ebenso die Erziehung der Schüler als einen wichtigen Auftrag an.

  2. Schule muss sich besser verkaufen. Eltern sind oft zu wenig über die Angebote und Leistungen der Schulen informiert. Sie haben oft noch das Bild ihrer eigenen Schulzeit im Kopf und wünschen sich mehr Einblick in eine moderne Schulpraxis. Eine größere Öffnung der Schulen wäre also die einfachste und beste Möglichkeit zu zeigen, was Schulen heute leisten.

  3. Elternbeiräte brauchen mehr Kontakt zur Basis. Elternbeiräte sind in ihrer Arbeit sehr stark auf Schulleitung und Lehrerkollegium fixiert. Sie verstehen sich als eine Art "Hilfstruppe für die Schule". Was weniger gut funktioniert, ist oft der Kontakt zu der großen Mehrheit der übrigen Eltern. Hier sind Ideen gefragt, wie man alle Eltern für die Profilbildung "ihrer" Schule gewinnen kann.

  4. Eltern wollen mehr als nur Kuchenbacken fürs Schulfest. Bisher sah die Mitwirkung von Eltern primär so aus, dass sie Schulfeste mitgestalten und Geld spenden. Eltern sind aber durchaus zu weiteren Formen der Mitarbeit bereit, wie Hausaufgaben- und Mittagsbetreuung oder Sponsorensuche. Auch das berufliche Expertenwissen der Eltern könnte vermehrt für den Unterricht genutzt werden.

  5. Eltern und Lehrer wünschen intensive Beratung bzw. Fortbildung zu Erziehungsfragen. Bei der Umfrage hat sich deutlich gezeigt, dass die große Mehrheit der Mütter und Väter, aber auch die meisten Lehrkräfte mehr Informationen zu Erziehungsfragen wollen. Dabei stehen die Themen Gewalt, Drogen und Medienkonsum ganz oben auf der Prioritätenliste.

"Diese fünf Ergebnisse sind die zentralen Wegweiser für unsere Arbeit", sagte Regina Pötke, Geschäftsführerin der Stiftung Bildungspakt Bayern. "Wir werden in Kooperation mit einigen Schulen Konzepte für eine verbesserte Elternarbeit entwickeln, darunter auch neue Modelle für den traditionellen Elternsprechtag. Diese Beispiele wollen wir dann allen Schulen zur Verfügung stellen", so Pötke. Wichtig sei, dass der Ausbau der Kontaktmöglichkeiten die Lehrer nicht zusätzlich belaste, sondern ökonomisch in den Ablauf des Schultags eingegliedert werde und die Unterrichts- und Erziehungsarbeit unterstütze.

Erste Konsequenzen aus der Studie werden bis zum Jahresende vom Projektbeirat V.i.P. entwickelt. Schulen, die an einer Mitarbeit Interesse haben, können sich mit der Stiftung in Verbindung setzen.


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden