Übergabe des KKIP-Förderbescheides für das "Zentrum für Kunst und Soziokultur" an der Schiffbauergasse

Die Landeshauptstadt Potsdam erhielt heute von der Landesregierung finanzielle Unterstützung für das "Zentrum für Kunst und Soziokultur" (ZKS) am Standort Schiffbauergasse.

06.07.2004 Brandenburg Pressemeldung Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg

Das Kulturministerium fördert mit 4,28 Millionen Euro, das Bauministerium unterstützt mit 2,19 Millionen Euro. Baubeginn ist noch in diesem Herbst, die kulturell genutzten Teile sollen bis Ende 2006 fertig gestellt sein.

Die Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, Frau Prof. Dr. Johanna Wanka, übergab den Fördermittelbescheid der InvestitionsBank des Landes Brandenburg in Höhe von 4,28 Mio. Euro an Oberbürgermeister Jann Jakobs. Damit wird eine weitere wichtige Etappe zur Realisierung des gesamten "Integrierten Kultur- und Gewerbestandortes Schiffbauergasse" gesichert, dem wohl ambitioniertesten Stadtentwicklungsprojekt in Potsdam. Finanziert wird dieser hohe Betrag aus dem "Kommunalen Kultur-Investitions-Programm" (KKIP) und damit aus dem "Fonds für Regionale Entwicklung" (EFRE) der Europäischen Union.

"Wir haben viele Jahre um dieses komplizierte Projekt gerungen", so Frau Prof. Wanka, "aber die Unbeirrtheit der Beteiligten, die Vitalität der künstlerischen Projekte und das völlig neue inhaltliche Konzept der direkten Verbindung von Kunst und Wirtschaft, von Kultur- und Stadtentwicklung hat schließlich auch die Skeptiker überzeugt. Ziel ist, die Aktivitäten der zahlreichen freien Kulturträger im Bereich u.a. von zeitgenössischer Kunst, Tanz, Theater, Musik, Film zu sichern und auszubauen und im Zusammenwirken mit weiteren Kultur- und Freizeitangeboten, mit Gastronomie und Gewerbe die Schiffbauergasse zu einem touristisch attraktiven Standort für die Region zu profilieren."

Bauminister Frank Szymanski übergab einen Förderbescheid über 2,18 Millionen Euro aus der Städtebauförderung, mit der die Förderung des Kulturministeriums ergänzt wird und betonte: "Potsdam stellt sich mit der Sanierung der Schiffbauergasse mutig einer großen Herausforderung. Das Bauministerium wird die Stadt auch weiterhin mit der Städtebauförderung unterstützen. Bis 2007 sollen 28 Millionen Euro Fördermittel an die Stadt ausgereicht werden. Seit 1991 haben wir Potsdam mit rund 190 Millionen Euro bei der Stadtentwicklung unterstützt."

Oberbürgermeister Jann Jakobs hob besonders die Meriten der kulturellen Akteure hervor, ist aber auch ein Stück erleichtert: "Als ich im Jahr 2000, in Vertretung des damaligen Oberbürgermeisters Matthias Platzeck, in einem Schreiben an das Kulturministerium ankündigte, Potsdam wolle noch bis Jahresende einen bewilligungsreifen Antrag auf KKIP-Förderung stellen, konnte niemand wissen, wie oft das Gesamtprojekt "Schiffbauergasse" und das "Zentrum für Kunst und Soziokultur" noch durch Probleme in Frage gestellt würde, auf die wir als Stadt nur geringen Einfluss hatten. Potsdam ist sehr froh, dass mit dieser Förderung aus dem KKIP auch die Bedeutung anerkannt wurde, die sich die freien Kulturträger Waschhaus, fabrik Potsdam und T-Werk in ihrer jahrelangen, ambitionierten kreativen Tätigkeit für die Landeshauptstadt und die Region erarbeitet haben. Dies war zugleich der Grundstein für die Wiederentdeckung des herausragenden Potenzials der Schiffbauergasse für die Stadtentwicklung. Mit dem Bau des "ZKS" wird nun auch dafür gesorgt, dass dieses kulturelle Kapital für Potsdam als Wirtschaftsstandort und Kulturhauptstadt Europas im Jahr 2010 gesichert und weiter entwickelt werden kann. Allein, ohne Unterstützung der Europäischen Union und des Landes Brandenburg, hätte Potsdam dies nicht schaffen können. Mit dem heutigen kleinen Festakt anlässlich der Übergabe des Förderbescheides möchten wir uns auch bei allen Beteiligten bedanken, die zu dieser positiven Entscheidung beigetragen haben."

Auf dem ehemaligen Militär- und Industriegelände an der Schiffbauergasse, in bester Lage am Ufer des Tiefen Sees, finden kulturelle und gewerbliche Nutzer in unmittelbarer Nachbarschaft ideale Flächen für ihre Zwecke. Ein Uferpark mit Schiffsanleger, neu errichtete, anspruchsvolle Architektur, geschickt umgenutzte alte Industriebauten, aufwändig sanierte denkmalgeschützte Gebäude und ein vielfältiges Kulturangebot bilden ein einmaliges Ensemble, das mit dem VW-Design-Center und "Oracle" bereits zwei wichtige Wirtschaftsunternehmen nach Potsdam zog. Die "Schiffbauergasse" ist damit ein wichtiger Baustein der Strategie, Potsdam als modernen Standort für Wirtschaft und Wissenschaft, eingebettet in die historische Kulturlandschaft, als touristisch attraktives Ziel, als lebendige Kulturstadt und herausragenden Ort kreativer Zukunftsgestaltung vor den Toren der Metropole Berlin zu profilieren. Der Neubau des Hans-Otto-Theaters, dessen Richtfest noch in diesem Herbst an der Schiffbauergasse gefeiert wird, ist für diesen Anspruch auch architektonisches Symbol.


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden