UNESCO "adelt" Dresden – Entscheidung zu Bad Muskau steht noch aus

Die UNESCO hat heute in Suzhou/China das "Dresdner Elbtal" als Weltkulturerbe bestätigt. "Das kommt einer Erhebung in den Adelsstand gleich" – erklärte der zuständige Minister für Wissenschaft und Kunst, Dr. Matthias Rößler, in einer ersten Reaktion auf diese freudige Botschaft aus China. "Ich gratuliere Dresden zu diesem großen Erfolg. Zugleich wird damit die jahrelange Unterstützung durch den Freistaat Sachsen belohnt. Schon vor der 800 – Jahrfeier 2006 gewinnt Dresden durch den Titel zusätzlich an Prestige," so Rößler.

02.07.2004 Sachsen Pressemeldung Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus

Die Entscheidung zum "Fürst-Pückler-Park Bad Muskau" steht noch aus.

Rößler: "Vom Imagegewinn durch diese weltweit hoch begehrten Qualitätssiegel wird der ganze Freistaat profitieren."

Die UNESCO entscheidet auf ihrer diesjährigen Sitzung des Welterbekomitees über die Neuaufnahmen in die Liste der Weltkulturerbestätten. Der Antrag "Dresdner Elbtal" würdigt in der Kategorie "sich weiterentwickelnde Kulturlandschaft" die außergewöhnlich qualitätvolle und umsichtige Entwicklung und Gestaltung eines Stadtraumes in rücksichtsvoller Bezugnahme auf eine wertvolle Flusslandschaft - und dies kontinuierlich über Jahrhunderte hinweg. Ebenso entscheidend für den Wert des "Dresdner Elbtales" ist die traditionell herausragende Ausstrahlung der Stadt auf kulturellem, wissenschaftlichem und wirtschaftlichem Gebiet.

Die Liste der Welterbestätten der UNESCO umfasst nunmehr in 130 Staaten die rund 780 wichtigsten Kultur- und Naturstätten der Welt von "außerordentlichem und universellem Wert und hoher Authentizität" als gemeinsames Erbe der gesamten Menschheit. Dazu gehören z. B. Venedig, die Bauhausbauten in Dessau und Weimar, die chinesische Mauer oder der Friedensdom in Hiroschima ebenso wie der Grand Canyon in den USA, das große Barriere-Riff in Australien oder der Serengeti-Nationalpark in Tansania. Sachsen war auf der Liste bisher nicht vertreten, obwohl gerade der Freistaat durch ein reiches und vielfältiges kulturelles Erbe geprägt ist.

1972 hatte die UNESCO das "Übereinkommen zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt" beschlossen, um die gemeinsame Verantwortung der Völkergemeinschaft für den Schutz, die Erhaltung und die Pflege der wichtigsten kulturellen Zeugnisse der Menschheit und der einzigartigen Naturlandschaften der Welt zu dokumentieren. Fast 180 Staaten sind dieser Konvention bisher beigetreten. Da der Wert des Erbes der Menschheit zunehmend erkannt wird und das Gütesiegel "Weltkulturerbe" auch einen touristischen Effekt und damit wirtschaftlichen Impuls auslösen kann, hat die Zahl der Anträge in den letzten Jahren stark zugenommen. Deshalb hat die UNESCO die Aufnahmebedingungen konkretisiert und die Zahl der Neuaufnahmen auf maximal 30 pro Jahr begrenzt. Über rund 50 Nominierungen aus 36 Ländern muss die UNESCO dieses Jahr in China entscheiden.


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