"Unser Wohlstand basiert auf neuen Technologien"

"Photonik ist einer der Wachstumsmärkte der Zukunft, er wird sich in kurzer Zeit verdoppeln. Baden-Württemberg ist in dieser Zukunftstechnologie dank des Kompetenznetzwerks "Photonics BW" gut positioniert." Dies erklärte Wissenschaftsminister Prof. Dr. Peter Frankenberg bei der Mitgliederversammlung des Kompetenznetzwerks "Photonics BW" am 1. Februar in Sindelfingen.

01.02.2005 Pressemeldung Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg

Der Minister betonte in seinem Vortrag die Rolle Baden-Württembergs als einer der hochschulartenreichsten und forschungsintensivsten Regionen Europas. "Neun Universitäten, bedeutende außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, hohe Drittmittelquoten und höchste Patentintensität belegen die hohe Leistungsfähigkeit der Wissenschaft im Land", sagte Frankenberg. Dies spiegele sich in dem internationalen Spitzenwert Baden-Württembergs bei den Ausgaben für Forschung und Entwicklung: 3,9 Prozent vom Bruttoinlandsprodukt werden hierzulande dafür ausgegeben.

Als wichtige Elemente der Forschungspolitik des Landes benannte Frankenberg die "Auswahl strategischer Forschungsgebiete statt einer Mittelverteilung mit der Gießkanne". Sechs Cluster seien als Motoren der Wirtschaft in Baden-Württemberg identifiziert worden. "Photonik als einer davon ist vom Land zur besonderen Förderung im Forschungs- und Entwicklungsgebiet ausgewählt worden. Das Photon ist das Elektron des 21. Jahrhunderts und somit eine Schlüsseltechnologie", sagte der Minister. Als "enabling technology" werde Photonik auch für andere forschungsintensive Branchen von besonderer Bedeutung sein. Dies treffe für die Automobilindustrie, aber auch für die Produktions- und Medizintechnik zu.

Eine vorrangige Aufgabe der Forschungspolitik sei es, leistungsfähige Standorte mit herausragenden Wissenschaftlern im Bereich der optischen Technologien zu fördern. Das Institut für Technische Optik an der Universität Stuttgart ist nach Frankenbergs Worten besonders für seine Kompetenzen in der optischen Messtechnik bekannt, an der Universität Konstanz sei das 2004 neu eingerichtete "Center for Applied Photonics" lokalisiert, das vom Land mit insgesamt 550.000 Euro für die ersten drei Jahre unterstützt wird. Die Fachhochschule Aalen habe den Diplom-Ingenieur-Studiengang Optoelektronik und die Masterstudiengänge "Photonics" und "Vision Science and Business" eingeführt - bei der Nähe zum "Photonic Valley" in Ostwürttemberg von Vorteil.

"Die Landesregierung ist sich bewusst, wie wichtig Synergieeffekte in der Forschung sind. Nur durch Kompetenznetze und Forschungsverbünde können wir eine für internationale Sichtbarkeit ausreichende kritische Masse schaffen", erklärte der Wissenschaftsminister. Im Fall der Photonik sei es besonders bemerkenswert, dass sich Wissenschaftler von Hochschulen und Vertreter der Wirtschaft aus eigener Initiative zusammengefunden haben.

Frankenberg betone die Schlüsselrolle der Wirtschaft für die baden-württembergische Forschungslandschaft. Die Gesamtausgaben für Forschung und Entwicklung im Land würden zu gut drei Vierteln von der Wirtschaft getragen, auch engagierten sich die Unternehmen in der Forschung durch die Finanzierung von insgesamt über 70 Stiftungsprofessuren an den Hochschulen des Landes.


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