Ute Schäfer: Fortschritte bei PISA sollten zunächst die Wissenschaftler beurteilen

Die nordrhein-westfälische Schul- und Jugendministerin Ute Schäfer hat davor gewarnt, zum jetzigen Zeitpunkt bereits eine Bewertung der vorab bekannt gewordenen Ergebnisse der PISA-2003-Studie vorzunehmen. "Ich meine, dass es zunächst die Sache der zuständigen Wissenschaftler ist, die Studie und ihre damit verbundenen Erkenntnisse zu präsentieren. Aus meiner Sicht macht es daher zur Zeit wenig Sinn, darüber zu spekulieren, wie bedeutsam beispielsweise die vorhandenen Fortschritte sind." Die für die internationale Studie zuständige OECD will das Ergebnis am 7. Dezember vorstellen.

22.11.2004 Pressemeldung Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen

Schäfer betonte, dass sie mit keinen gravierenden Änderungen zwischen der PISA-Studie von 2000 und der von 2003 gerechnet habe. "Zwischen dem Bekanntwerden der ersten PISA-Studie im Dezember 2001 und der Erhebung für die nächste Studie im Frühjahr 2003 lagen nicht einmal anderthalb Jahre. Wenn es jetzt grundlegend andere Ergebnisse gegeben hätte, dann würde sich aus meiner Sicht eher die Frage nach der wissenschaftlichen Aussagekraft solcher Studien stellen, denn gravierende Veränderungen in einem Jahre dauernden Bildungsprozess stellen sich kaum innerhalb von Monaten ein."

NRW habe aus der ersten PISA-Studie Konsequenzen gezogen, von denen sie glaube, dass sie nach wie vor richtig seien: dazu gehörten zum Beispiel eine bessere Förderung von Kindern und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien unter anderem durch vorschulische Sprachkurse sowie der Ausbau der offenen Ganztagsgrundschule. "Seit PISA 2000 wissen wir, dass es in Deutschland eine beunruhigend große Gruppe von 15-Jährigen gibt, die nur auf Basis-Niveau Rechnen und Lesen können - eine solche grundsätzliche Erkenntnis sagt uns aber nicht, welche Schülerinnen und Schüler ganz konkret betroffen sind. Um Jugendliche besser zu fördern, müssen wir das aber wissen. Deshalb machen wir in NRW unter anderem in allen neunten Klassen eine Lernstandserhebung in Mathematik, Deutsch und Englisch. Sie liefert Erkenntnisse über jeden einzelnen Jugendlichen und bietet damit eine Basis, um mögliche Schwächen bis zum Ende der Schulzeit noch auszugleichen."


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