Völlig unangebrachte Medienschelte

Die Medienschelte, die Herr Prof. Dr. Olbertz betreibt, ist deshalb unangemessen, weil die "Mitteldeutsche Zeitung" nur die "Spitze des Eisberges" beschreibt, erklärte heute der Sprecher der GEW Sachsen-Anhalt, Prof. Dr. Hans-Dieter Klein, in Reaktion auf eine Mitteilung des Kultusministers unter dem Titel "Medien contra Schule". "Er verhält sich wie ein ertappter Sünder und wendet die Methode 'Haltet den Dieb´ an."

30.03.2006 Sachsen-Anhalt Pressemeldung GEW Sachsen-Anhalt

Niemand wendet sich gegen Wiederholen und Festigen, niemand wendet sich dagegen, dass die bei PISA typischen Kompetenzbereiche geübt werden. Schon gar nicht werden die Schulen oder Lehrerinnen und Lehrer selbst kritisiert.

Aus Sicht der GEW ist es jedoch dem Grundanliegen von PISA völlig entgegengesetzt, wenn mit einzelnen Schülern "trainiert" wird, wenn sie dazu sogar aus den Klassen heraus gelöst werden. Nun könnte man unterstellen, dass dieses Vorgehen einzelne Schülerinnen und Schüler fördern könnte, genauso schadet es jedoch auch, weil ja anderer Unterricht verpasst wird.

Die GEW hat ausdrücklich begrüßt, dass aus den Ergebnissen der ersten PISA-Runde gelernt wurde und bei PISA typische Aufgaben auch im Schulalltag eine größere Rolle spielen.

Das jetzt bekannt gewordene Verfahren muss jedoch zu einer Verzerrung der Außenansicht führen. "Wenn Potemkinsche Dörfer aufgebaut werden, nutzt das weder dem Ansehen des Bildungswesens in Sachsen-Anhalt noch der allgemeinen Kompetenzentwicklung der breiten Schülerschaft", äußerte Klein. "PISA soll nicht abbilden, was einigen sondern was allen Schülern beigebracht wurde."

Übrigens löst bei der GEW Verwunderung aus, dass sich der Kultusminister so gibt, als hätte er von den Verfahrensweisen nichts gewusst. Der GEW sind Schulleiterinnen und Schulleiter bekannt, die von einer Tagung der Testschulen mit dem Kultusminister berichtet haben.

Ansprechpartner

GEW Sachsen-Anhalt

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