Zentralstelle jugendschutz.net auch 2005 wieder sehr erfolgreich

"Die Verbreitung jugendschutzrelevanter Inhalte im weltweiten Datennetz nimmt durch die rasanten technischen Entwicklungen mit neuen und immer schnelleren Kommunikationswegen weiter zu. Trotz der Tatsache, dass Kinder und Jugendliche heute vor problematischen Medieninhalten besser geschützt sind als vor dem Inkrafttreten der neuen Regelungen im Jugendmedienschutz im Jahr 2003, und trotz der auch 2005 wieder sehr erfolgreichen Arbeit der Zentralstelle der Länder für Jugendschutz im Internet müssen und sollen hier weitere Anstrengungen gemacht werden, um Kinder und Jugendliche zu schützen." Das unterstrich der Staatssekretär im Ministerium für Bildung, Frauen und Jugend, Michael Ebling, mit Blick auf die jetzt vorgelegte Jahresbilanz der in Mainz sitzenden länderübergreifenden Zentralstelle "jugendschutz.net", die 2005 insgesamt mehr als 5.300 Beschwerden und Anfragen bearbeitet hat.

24.05.2006 Rheinland-Pfalz Pressemeldung Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur, Rheinland-Pfalz

Im Jahr 2005 hat jugendschutz.net Maßnahmen gegen fast 2.000 Internetangebote mit pornografischen, rechtsextremen oder Gewalt verherrlichenden Inhalten ergriffen. "Die Steigerung von 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr zeigt, wie wichtig die Arbeit von jugendschutz.net nach wie vor im Hinblick auf die Bekämpfung von jugendgefährdenden Inhalten sowie von rechtsextremistischem Gedankengut ist", sagte Ebling. Zwei Drittel der 874 Verstöße auf deutschen Internet-Plattformen hätten durch Beanstandungen beim Anbieter schnell beseitigt werden können. In 183 Fällen sei die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) eingeschaltet worden. Die KJM als zuständige Internetaufsicht hat die Möglichkeit, Sperrungen zu verfügen und Bußgelder bis zu einer Höhe von 500.000 Euro zu verhängen.

Auch bei Verstößen ausländischer Anbieter habe jugendschutz.net zunehmend Erfolge verzeichnet, lobte der Bildungs- und Jugendstaatssekretär. So habe ein Drittel der 1.075 im Jahr 2005 neu erfassten Verstöße auf ausländischen Servern gegen die Jugendmedienschutzbestimmungen in Kooperation mit Diensteanbietern, zuständigen Meldestellen und Institutionen schnell beseitigt werden können. 253 kinderpornografische Angebote aus dem Ausland seien zur weiteren Verfolgung an das Bundeskriminalamt weitergegeben worden. Erstmals sei es zudem gelungen, Websites bei so genannten Nazi-Providern schließen zu lassen und den Zugriff auf eine Website, die Gewaltvideos zum Download angeboten hatte, zu sperren.

Da es einen vollkommenen Schutz im Internet für Kinder und Jugendliche kaum geben werde, bleibe die Förderung von Medienkompetenz ein wichtiges Anliegen der Landesregierung, betonte Michael Ebling. Neben einer ganzen Reihe von Konzepten, Handreichungen, Projekten und Workshops für die Stärkung der Medienkompetenz in den Schulen sei 2005 durch die Zentralstelle jugenschutz.net mit den "Klick-Tipps – Surfen wo´s gut ist!" ein wöchentlich aktualisierter Besprechungsdienst für empfehlenswerte Kinderseiten geschaffen worden. Er informiere Kinder, Eltern und Pädagogen über reizvolle und für Kinder geeignete Internetseiten und unterstütze Anbieter von Internetseiten bei der kinderfreundlicheren Gestaltung ihrer Websites. Dieses Angebot werde mittlerweile auch erfolgreich in den Schulen eingesetzt. "Es geht im Grunde darum, das Internet konstruktiv in Bildung und Freizeit von Kindern und Jugendlichen zu integrieren, es nicht pauschal zu verteufeln, aber auch die möglichen Gefahren nicht zu bagatellisieren", sagte der Bildungs- und Jugendstaatssekretär.

Gerade die rasanten Entwicklungen im Internet machten es erforderlich, die rechtlichen Grundlagen im Hinblick auf einen effektiven Kinder- und Jugendmedienschutz in der Praxis immer wieder auf den Prüfstand zu stellen. Ebling begrüßte in diesem Zusammenhang die auf der jüngsten Jugendministerkonferenz beschlossene Evaluation der Jugendschutzbestimmungen. Unter Federführung von Rheinland-Pfalz sollen dabei in Zusammenarbeit mit dem Bundesjugendministerium und den anderen Ländern unter anderem die Leistungsfähigkeit und die Effizienz der Aufsichtsstruktur sowie relevante Bereiche des Jugendschutzgesetzes und des Jugendmedienschutzstaatsvertrages auf ihre Praxistauglichkeit hin überprüft werden. Der Staatssekretär betonte: "Alle Aktivitäten zu einer Verbesserung des Kinder- und Jugendschutzes müssen weiter fortgesetzt und intensiviert werden. Hierzu wird auch die jetzt beschlossene Evaluation einen wesentlichen Beitrag leisten".

Weitere Informationen über den Jugendmedienschutz bietet:
jugendschutz.net – Jugendschutz in Telemedien
Wallstraße 11
55122 Mainz
Tel.: 06131-328520
E-Mail:
Internet: www.jugendschutz.net


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