Zöllner: Diskussion über Abschaffung der KMK ist gespenstisch

Für "absurd und irrational" hält Professor Dr. E. Jürgen Zöllner, Koordinator der SPD-Länder in bildungs- und wissenschaftspolitischen Fragen und rheinland-pfälzischer Wissenschafts- und Kulturminister, Forderungen nach einer Abschaffung der Kul­tusministerkonferenz

16.08.2004 Rheinland-Pfalz Pressemeldung Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung, Forschung und Kultur, Rheinland-Pfalz (bis 11/06)

Die KMK sei die Konferenz der Kultusminister - so, wie es auch andere länderübergreifende Konferenzen gebe, etwa der Innen-, Justiz- und Umweltminister. Das heißt, solange es in den Ländern diesen Politikbereich gebe, sei sie zwangsläufig.

"Ganz abgesehen davon, was man beispielsweise von den konkreten Problemen der Rechtschreibreform und der Effektivität der KMK hält, belegt die Forderung, die Kultusministerkonferenz aufzulösen, nur die Irrationalität der Diskussion, weil dies nur möglich wäre, wenn die Länder völlig auf Schul-, Hochschul- und Kulturpolitik verzichten würden oder wenn die Länder gar aufgelöst würden. Ich gehe davon aus, dass so etwas selbst die Sommerloch-Politiker nicht ernsthaft fordern", sagte Zöllner.

Die Diskussion über die Zukunft der Kultusministerkonferenz sei genau so gespenstisch wie die Debatte über die Rechtschreibreform. "Die Rechtschreibreform verursacht kein Durcheinander, sondern bringt in eine Ansammlung von Ungereimtheiten wenigstens etwas Ordnung", so Zöllner.

Unfreiwillig habe der saarländische Ministerpräsident Peter Müller, einer der lautstärksten Kritiker der Rechtschreibreform, den besten Beleg für diese Ungereimtheiten geliefert. Öffentlichen Darstellungen zufolge wolle Müller das Wort "Sauerstoffflasche" weiterhin nach alter Rechtschreibung mit 2 f schreiben. Müller sei sicherlich entgangen, dass "Sauerstoffflasche" auch in der alten Rechtschreibung mit 3 f geschrieben werde. Zöllner: "Die neue Rechtschreibung macht auch einen Ministerpräsidenten Müller zu einem Schriftgelehrten, wenn er lernwillig ist. Er braucht dann die Feinheiten der Unterschiede in der alten Rechtschreibung zwischen Ballettänzer (2t), Balletttruppe (3t) und Ballettheater (2t) nicht mehr zu beherrschen, weil in der reformierten Rechtschreibung alles mit 3 t geschrieben wird."


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