Dr. Eva-Maria Stange: "Erzieherinnen dürfen nicht weniger verdienen als ein Gymnasiallehrer"
"Wer gute Ingenieure haben will, muss in gut ausgebildete ErzieherInnen investieren", sagte die Sächsische Wissenschaftsministerin Dr. Eva-Maria Stange heute in Dresden. Im kommenden Herbst würden zum ersten Mal in Sachsen Abiturienten und Abiturientinnen ein Direktstudium zum Erzieher oder zur Erzieherin aufnehmen. Dazu habe die Hochschule Zittau/Görlitz den Bachelorstudiengang "Pädagogik der frühen Kindheit" mit 30 Studienplätzen eingerichtet. An der Evangelischen Hochschule für Soziale Arbeit Dresden könnten ab Herbst 25 Studienanfänger/innen im Studiengang "Frühkindliche Bildung" studieren.
30.07.2009 Pressemeldung Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und TourismusSachsen hatte bereits 2007 ein Modell auf den Weg gebracht, das die Erzieherinnen und Erzieher besser auf die veränderten Anforderungen vorbereiteten und die Ausbildung professionalisieren soll. Das sogenannte sächsische Modell zur Hochschulausbildung für Fachkräfte an Kindertagesstätten ist deutschlandweit einmalig. Es sieht vor, die Erzieher/Innenausbildung unter Einbeziehung der vorhandenen Ausbildungsstruktur an Fachschulen, in Richtung Hochschulausbildung weiterzuentwickeln. Der größte Teil der Erzieher und Erzieherinnen (80 Prozent) wird aber auch zukünftig an Fachschulen ausgebildet. Diese Qualifikation ermöglicht - genau wie das Abitur - den Zugang zu einem Bachelorstudiengang. Bereits seit längerem bieten Sachsens Hochschulen berufsbegleitende Studiengänge an: Die Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (HTWK) in Leipzig den Studiengang Frühpädagogik/Management und die Evangelische Hochschule für Soziale Arbeit Dresden den Studiengang Elementar- und Hortpädagogik. An der TU Dresden gibt es bereits seit 2008 den Masterstudiengang "Childhood Research". Damit soll die Kapazität im Bereich der frühkindlichen Forschung ausgebaut werden.
"Sachsen braucht in den kommenden Jahren mehr und sehr gut ausgebildete Fachkräfte in Kindertagesstätten", so Dr. Stange. Sachsens hat derzeit rund 21 000 Erzieherinnen und Erziehern. In den kommenden fünf Jahren bestehe allein durch altersbedingtes Ausscheiden ein Bedarf von bis zu 600 Fachkräften pro Jahr. Sie begrüße vor diesem Hintergrund, so die Wissenschaftsministerin, die Tarifeinigung für die Erzieher/Innen, die wichtig sei für die Anerkennung des Berufsstandes: "Eine Erzieherin darf nicht weniger verdienen als ein Gymnasiallehrer, nur weil die Kinder kleiner sind und der Beruf noch vorwiegend weiblich ist!"
Keine Kommentare vorhanden