Erstmals Warnstreiks an Schulen: GEW will acht Prozent für Lehrer- und Erzieher/innen

Zum Beginn der bundesweiten Tarif- und Besoldungsrunde für Landesbeschäftigte unterstützt die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Baden-Württemberg die Forderungen der Gewerkschaften nach acht Prozent mehr Gehalt, mindestens jedoch 200 Euro für die Lehrer/innen und Erzieher/innen im Landesdienst. Erstmals in Baden-Württemberg sind ab nächster Woche Warnstreiks an mehreren Schulen geplant.

23.01.2009 Baden-Württemberg Pressemeldung GEW Baden-Württemberg

Die Mehrzahl der Lehrer/innen sind Beamte, denen die Landesregierung zugesagt hat, das Tarifergebnis zu übernehmen. Deshalb ruft die Bildungsgewerkschaft GEW auch die Beamten zur Unterstützung der geplanten Aktionen auf. Beamte dürfen zum Beispiel nicht als Streikbrecher eingesetzt werden, um den Unterricht ihrer streikenden Kolleg/innen im Angestelltenverhältnis zu vertreten. Von den rund 123.000 Beschäftigten im Kultusressort des Landes Baden-Württemberg sind knapp über 10.000 im Angestelltenverhältnis. Dies sind Erzieher/innen an Heimsonderschulen, Fachlehrer/innen an Schulkindergärten und zum größten Teil Lehrer/innen an öffentlichen Schulen.

"Die Beschäftigten an den Schulen erwarten eine kräftige Gehaltssteigerung. Erst recht, nachdem sich der Ministerpräsident in dieser Woche gegenüber der GEW-Landesvorsitzenden Doro Moritz für ein gutes Tarif- und Besoldungsergebnis ähnlich wie für die Angestellten beim Bund und den Kommunen ausgesprochen hat. Wir erwarten deshalb, dass die Landesregierung diesem Bekenntnis am Verhandlungstisch Taten folgen lässt", sagte am Freitag (23.01.) in Stuttgart die GEW-Landesvorsitzende Doro Moritz. Die GEW will außerdem eine bessere Bezahlung für Anwärter/innen und Referendar/innen. Bisher müssen diese während ihrer Ausbildung oft Schulden machen, weil das geringe Gehalt nicht für den Lebensunterhalt reicht.

Aktionen ab dem 28. Januar

Neben regionalen Aktionen und Warnstreiks am 28. und 29. Januar sind bisher zentrale Kundgebungen in Freiburg (9.02), Karlsruhe (12.02) und Stuttgart (13.02) geplant. Die Gewerkschaften erreichten 2008 für die Beschäftigten beim Bund und den Kommunen eine Entgelterhöhung von etwa acht Prozent für zwei Jahre.

Kaum Gehaltserhöhungen in den vergangenen Jahren

In der Tarif- und Besoldungsrunde geht es um die Erhöhung der Einkommen von 1,95 Millionen Landesbeschäftigten. Im Land Baden-Württemberg arbeiten 257.000 Menschen, davon 123.000 im Bereich Bildung, Wissenschaft und kulturelle Angelegenheiten. 76 Prozent der Landesbediensteten sind im Beamtenverhältnis beschäftigt.

In den letzten fünf Jahren sind die Personalausgaben des Landes Baden-Württemberg nicht mehr gestiegen, während die Inflationsrate bei fast 10 Prozent lag und das Bruttoninlandsprodukt um 13 Prozent gestiegen ist. "Wir haben bereits jetzt in einigen Schularten Probleme, junge Lehrerinnen und Lehrer zu finden. In Kindertageseinrichtungen und Grundschulen werden dringend Männer als Pädagogen gesucht. Wenn der öffentliche Dienst weiter von der allgemeinen Einkommensentwicklung abgehängt wird, werden sich diese Probleme weiter verschärfen. Die Leidtragenden sind am Ende die Kinder und Jugendlichen in Kindertageseinrichtungen und Schulen", so Moritz.

Weitere Informationen: www.gew-bw.de

Ansprechpartner

GEW Baden-Württemberg

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