KiBiz-Revision: Dr. Textor stellt großen Verbesserungsbedarf fest!
31.05.2011 Artikel
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Als kundiger Begleiter der Entwicklung der Rahmenbedingungen zur Förderung von Kindern in Tageseinrichtungen stellt Dr. Martin R. Textor in einem Beitrag der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift "KiTa-aktuell NRW" (6/2011, Seite 149 f.) fest: "Es gibt beim KiBiz also noch einen großen Verbesserungsbedarf." Mit seinen Hinweisen macht er darauf aufmerksam, dass die jetzt im ersten Schritt vorgesehenen Veränderungen des KiBiz in NRW weder die Änderungsankündigungen aufgreifen, noch den in dem Beratungsprozess ermittelten Notwendigkeiten genügen.
In seinem Fazit führt er über die o.g. Grundfeststellung hinaus aus:
"Vor allem sollte mehr in die Qualität der Kindertagesbetreuung investiert werden. Dies scheint mir wichtiger zu sein als die Beitragsfreiheit des letzten Kindergartenjahres. Und wenn schon Beitragsfreiheit, dann sollte die Betreuung der Zwei- und Dreijährigen kostenlos sein. Dann würden mehr Unterschichtskinder und mehr Kinder mit Migrationshintergrund in Kindertageseinrichtungen angemeldet werden, deren Betreuungsquoten derzeit unter der von Mittelschichtskindern liegen. Gerade sie würden aber von früher als heute beginnenden Bildungsangeboten und Fördermaßnahmen besonders profitieren."
Anmerkungen:
Zu diesem Schluss, der in den jetzt anstehenden Beratungen des Gesetzentwurfs zur Änderung des Kinderbildungsgesetzes noch zu einer Korrektur der bisherigen Haltung der Regierung und der Regierungskoalition beitragen sollte, kommt Dr. Textor, nachdem er u.a. in Erinnerung gerufen hat, dass es durchaus zu begrüßen war, dass nach dem Regierungswechsel die Revision des KiBiz aufgrund des enormen Nachholbedarfs im Bereich der frühkindlichen Bildung beschlossen wurde.
Er erinnert aber auch daran, dass die Fachministerin bereits im Oktober 2010 auf beabsichtige Maßnahmen einging: Verbesserte Finanzierung des U3-Ausbaus, Ausbau der Familienzentren, Revision des Delfin-4-Verfahrens, Abschluss eine Fortbildungsvereinbarung, Gewinnung von mehr Männern.
Enttäuschend ist, dass diese Schwerpunkte im wesentlichen in den bisherigen Aktivitäten keinen Niederschlag gefunden haben: Zwar wurden für den U3-Ausbau begrüßenswerter Weise zusätzliche Not-Investitionsmittel für den quantitativen Ausbau zur Verfügung gestellt. Qualitative Verbesserungen haben sich dadurch aber nicht ergeben und sind nicht erkennbar. Ein Ausbau der Familienzentren ist nicht in Sicht, so dass nicht alle Tageseinrichtungen erweiterte Aufgaben wahrnehmen könnten. Lediglich eine Erhöhung des Zuschussbetrages um 1.000 bzw. 2.000 für Familienzentren in sozialen Brennpunkten ist vorgesehen und damit in keiner Weise die Verschlechterung kompensiert, die durch die in der Vergangenheit bestehende Leitungsfreistellung in Tagesstättengruppen mit einem Volumen von rd. 25.000 Euro bestanden hat. Die Revision des Delfin 4-Verfahrens hat nicht begonnen. Die längst überfällige Fortbildungsvereinbarung ist nicht in Sicht und das Arbeitsfeld wird nicht allein durch Werbung attraktiver, wenn die Finanzierungsbedingungen nicht verbessert wurden.
So wird u.a. in dem Beitrag auch darauf hingewiesen, dass in den Beratungsrunden vor allem eine Erhöhung der Pauschalen gefordert wurden, zumal neue Mitarbeiterinnen nur noch "befristete Verträge" hätten. Dass vor allem bei einer Revision des KiBiz generell die personellen Bedingungen hätten verbessert werden müssen, wird unter Bezugnahme auf ein Zitat der Ministerin überdeutlich, die feststellt, dass rd. 65 % der Einrichtungen beim Personaleinsatz den Standardwert nicht erreichen und auch die Zeit für Vor- und Nachbereitung fehlt, die für "ein stärkeres Eingehen auf die besonderen Bedürfnisse einzelner Kinder" erforderlich sei.
Vielleicht hilft dieser Blick "von außen", dass auch die Landesregierung noch über ihren Schatten springt, "eine Schüppe" drauf legt und bei den vorgesehenen Maßnahmen noch umsteuert.
Der in der Zeitschrift "KiTa akutell NRW" (Wolters Kluwer Deutschland) erschienen Beitrag steht zur Verfügung.
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