Afghanischer Student ist erster Stipendiat der Duisburg-Essener Universitäts-Stiftung

Als bundesweit erste Universität hatte Duisburg-Essen 2007 eine Hochschulstiftung ins Leben gerufen, die sich aus Studienbeiträgen speist - betreut durch den Stifterverband.

26.02.2009 Pressemeldung Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft e.V.

Der 19-jährige gebürtige Afghane Breshanday Barlas kam vor fünf Jahren nach Deutschland und studiert seit dem Wintersemester 2008/09 Elektro- und Informationstechnik an der Universität Duisburg-Essen. Fremdes Land, fremde Sprache, fremde Kultur – damit kam Breshanday Barlas von Anfang an gut zurecht. Seit 2004 lebt er in Duisburg-Hamborn und besuchte mit großem Erfolg das Clauberg-Gymnasium. In kürzester Zeit lernte er, sich in der deutschen Sprache präzise auszudrücken, und bekam bald die besten Schulnoten seiner Jahrgangsstufe.

Er hatte aber nicht nur selbst gute Noten: Er kümmerte sich auch um schwächere Schüler. Wer Mathe-Probleme hatte, konnte immer mit ihm rechnen. Nicht nur die technisch-naturwissenschaftlichen Fächer haben es ihm angetan, er interessiert sich auch für Kunst und klassische Musik. So ging die anfängliche Nachhilfe einer früheren Deutsch- und Geschichtslehrerin zunehmend über in gemeinsame Fachsimpeleien über Literatur, Geschichte, Philosophie und allgemeine Lebensprobleme.

Als Schülerpraktikant lernte Breshanday Barlas im Januar 2007 bereits den Lehrstuhl für Halbleitertechnik/Halbleitertechnologie unter der Leitung von Prof. Dr. Franz-Josef Tegude näher kennen. So reifte sein Entschluss, nach seinem Abitur (Schnitt: 1,5) Elektro- und Informationstechnik am Duisburger Campus zu studieren. Das Problem war allerdings die Studienfinanzierung.

Breshanday Barlas: "Ohne die Unterstützung der Studien-Stiftung hätte ich meinen Traum vom Studium begraben können. Meine Eltern können sich mein Studium nicht leisten, und wegen meiner Herkunft bekomme ich auch kein BAföG." Prof. Ute Klammer, Prorektorin für Diversity Management: "Ich bin froh, dass wir über die UDE-Studienstiftung die Möglichkeit haben, hochmotivierte und leistungsstarke Studierende an uns zu binden und zu unterstützen. So kann auch die Universität die Chancen, die in der Vielfalt liegen, überzeugend nutzen."

Organisatorisch betreut durch den Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft, hatte die Universität Duisburg-Essen am 19. Juli 2007 als erste Universität bundesweit eine Hochschulstiftung ins Leben gerufen, deren Kapital sich aus Studienbeiträgen speist. Fünf Prozent dieser Einnahmen fließen regelmäßig in den Aufbau der Stiftung, so dass sich deren Kapital jährlich um rund eine Million Euro erhöht.

Die erwirtschafteten Zinserträge haben mittlerweile ein solches Volumen erreicht, dass zum Wintersemester 2008/09 erstmals ein Förderstipendium an einen begabten, aber finanziell schwachen Studierenden ausgeschüttet werden konnte, die nicht von anderer Seite unterstützt werden. Die monatlichen Zahlungen der UDE-Studienstiftung orientieren sich am Höchstsatz nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz. Eine weitere Fördermaßnahme ist die Beihilfe für eine Säuglingsausstattung in Höhe von 260 Euro, die bislang an zehn Studierende gegangen ist.

Dass die Studienwahl genau das Richtige war, davon ist Breshanday Barlas nach dem ersten Semester nach wie vor überzeugt: "Auch wenn die Elektro- und Informationstechnik eines der schwierigsten Studienfächer ist, das man sich vorstellen kann – wer technische Probleme lösen und später in die Forschung einsteigen möchte, für den ist es genau das Richtige."


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