Austermann begrüßt Schulterschluss von Wirtschaft und Kieler Universität

Die sich abzeichnende engere Kooperation zwischen der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Kiel und der Kieler Christian-Albrechts-Universität (CAU) wird von Schleswig-Holsteins Wissenschaftsminister Dietrich Austermann begrüßt. "Ich sehe darin eine große Chance, die bislang durch mangelnde Einwerbung von Drittmitteln für die Forschung bestehenden Defizite auf beiden Seiten schnell und umfassend auszugleichen", sagte Austermann heute (8. April) in Kiel im Anschluss an eine Pressekonferenz von IHK und CAU. Seitens der Wirtschaft in Schleswig-Holstein bestehe im Hinblick auf Forschungsvorhaben noch eine erhebliche Holschuld - und seitens der Wissenschaft eine erhebliche Bringschuld. Nur so könne hierzulande das im Rahmen der Lissabon-Strategie formulierte europaweite Ziel erreicht werden, künftig drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts für die Forschung aufzuwenden.

08.04.2008 Schleswig-Holstein Pressemeldung Ministerium für Allgemeine und Berufliche Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur Schleswig-Holstein

Wie Austermann weiter sagte, habe die mittelständisch geprägte Wirtschaft in Schleswig-Holstein nach wie vor große Probleme, die vorgegebene Zwei-Drittel-Quote an dem Lissabon-Ziel zu erfüllen, während die öffentliche Hand ihre vorgegebene Ein-Drittel-Quote bereits nahezu erfüllt habe. So habe die Landesregierung in den letzten zweieinhalb Jahren unter anderem:

  • für insgesamt fast 82 Millionen Euro in den Fächern Medizin und Meeresforschung Exzellenzcluster sowie zwei Graduiertenschulen geschaffen - wovon das Land über 20 Millionen Euro trage
  • für sechs Millionen Euro sechs Sonderforschungsbereiche mit DFG-Mitteln eingerichtet
  • mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von fast 250 Millionen Euro die Weichen für eines der europaweit modernsten Partikel-Therapie-Zentren zur Krebsbehandlung in Kiel gestellt
  • mit Hilfe eines ÖPP-Projekts , an dem das Land mit jährlich 3,5 Millionen Euro beteiligt ist, die Murmann-School gegründet und damit eine exzellente Einrichtung für die Aus- und Weiterbildung von Top-Managern geschaffen
  • mit einem absehbar zweistelligen Millionenbetrag die Weichen für den Ausbau des Leibniz-Instituts für Meereswissenschaften auf dem Ostufer gestellt
  • oder gemeinsam mit dem Institut für Weltwirtschaft das "Earth-Institute" gegründet, das sich mit den volkswirtschaftlichen Folgen des Klimawandels befasst.

Hinsichtlich der Forderung nach einer Kieler "Elite-Universität" bedauerte Austermann, dass die CAU im vergangenen Jahr nicht seiner Anregung gefolgt sei, bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) einen entsprechenden Antrag zu stellen. "Hier haben die Vorbehalte in den Hochschulgremien überwogen - nun besteht die nächste Chance frühestens im Jahr 2011", sagte der Minister. Mit Blick auf den Sitz des Medizinausschusses sagte Austermann: "Wir haben bei der Neufassung des Hochschulgesetzes aus gutem Grund davon abgesehen, eine staatliche Festlegung für den Sitz von Universitätsrat und Medizinausschuss zu treffen. In dieser Frage müssen sich beide Fakultäten aufeinander zubewegen."

Zur Forderung nach einer Strategie in der Wissenschaftspolitik erinnerte Austermann an die bei Antritt der Großen Koalition formulierten und im neuen Hochschulgesetz verankerten Eckpunkte:

  • Stärkere Profilbildung an den Hochschulen, um Schleswig-Holstein zu einem national bedeutenden und international wettbewerbsfähigen Wissenschaftsraum zu entwickeln
  • Lehre und Studium stärker an der Entwicklung des Arbeitsmarktes und der demographischen Entwicklung auszurichten
  • Erleichterung und Intensivierung des Wissens- und Technologietransfers zwischen Wissenschaft und Wirtschaft
  • Internationalisierung der Hochschulen

"Um diese Ziele zu erreichen, ist es erforderlich, die bisherigen Investitionen in erheblichem Maße aufzustocken. Der neue Haushalt 2009/2010 wird diese Maximen mit deutlichem Akzent weiterverfolgen", so Austermann.


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