Bayern setzt Maßstäbe mit Modernisierung der Lehrerfortbildung an den Universitäten

Bayern modernisiert die Lehrerbildung an den Universitäten. Ziel ist, die anerkannt hohe Qualität des Lehramtsstudiums mit Blick auf den Bologna-Prozess weiterzuentwickeln. "Der bayerische Weg sieht vor, dass wir an dem Gütesiegel einer zentralen Staatsprüfung festhalten werden. Zusätzlich können die Universitäten den Lehramtsstudenten den Bachelor-Titel verleihen.

07.10.2004 Bayern Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

Der Student hat aufgrund der Modularisierung des Studiums die Chance, sich gleichzeitig für Berufsfelder außerhalb des öffentlichen Schulwesens zu qualifizieren. Ein sechssemestriges Studium mit dem Bachelor-Abschluss wird aber in Zukunft nicht für den Einsatz an der Schule ausreichen. Kurz: Den Einfach-Bachelor-Lehrer wird es in Bayern nicht geben", betonte Kultusministerin Monika Hohlmeier am Mittwoch in München.

Wissenschaftsminister Thomas Goppel hob hervor, dass die Reform möglichst schon zum Wintersemester 2005/2006 greifen und die Studierenden besser und praxisgerechter auf das Lehramt vorbereiten soll. "Die Reform gibt eine deutlich verbesserte Orientierung über Inhalte und Ablauf des Studiums, macht die Modul- Prüfungsleistung international vergleichbar und verbessert somit die Möglichkeiten, einen Teil des Studiums im Ausland zu verbringen", sagte der Minister. "Letztlich erhalten die Studierenden zudem mehr Möglichkeiten bei der fachlichen Schwerpunktbildung, aber auch hinsichtlich einer Umorientierung auf Berufsfelder außerhalb des Lehramts", betonte der Minister. So soll ein Wechsel in einen anderen Studiengang oder Beruf in Zukunft leichter möglich sein. Umgekehrt soll bei besonderem Bedarf auch Quereinsteigern der Weg ins Lehramt erleichtert werden.

Eine Arbeitsgruppe aus Vertretern des Kultusministeriums, des Wissenschaftsministeriums sowie der Universität Bayern e.V., der alle bayerischen Universitätsrektoren und -präsidenten angehören, hat die Reform der Lehrerbildung gemeinsam erarbeitet. Weiterhin wird es schulartspezifische Studiengänge geben. Wesentliche Kernbestände für das Lehramtsstudium ist eine verbesserte Verzahnung von Fachwissenschaft, Fachdidaktik, Erziehungswissenschaft und Schulpraxis. Damit die Lehrkräfte weiterhin flexibel eingesetzt werden können, studieren sie wie bisher in der Regel zwei Fächer, die sie an der jeweiligen Schulart unterrichten. Im Sinne des Bologna-Prozesses wird das Lehramtsstudium in Bayern nun aber modularisiert und ein Leistungspunktsystem eingeführt. "Modularisierung und Leistungspunkte sind die Schlüsselbegriffe, die die künftigen Lehramtsstudiengänge kennzeichnen und die Flexibilität des Studiums erhöhen werden", sagte Hohlmeier.

Das abschließende Staatsexamen bleibt weiter bestehen. "Ich halte dies für unverzichtbar. Der Staat muss dafür Sorge tragen, dass Lehramtsstudenten für ihr späteres Berufsleben wesentliche Kenntnisse und Fertigkeiten erwerben", so die Ministerin. Die Gesamtnote des Staatsexamens setzt sich zu 60 Prozent aus der schriftlichen Staatsprüfung und zu 40 Prozent aus den studienbegleitenden Modulprüfungen zusammen. "Als Grundlage für diese Prüfungen werden wir zusammen mit den universitären Fachvertretern Kerncurricula für die einzelnen Fächer festlegen", erklärte Hohlmeier. "Zudem sollen in einer begrenzten Zahl schulartspezifischer Modellversuche Möglichkeiten einer Kombination von Master-Abschluss und Staatsprüfung erprobt werden", sagte Goppel.

Goppel und Hohlmeier machten deutlich, dass die Reform Maßstäbe für die Weiterentwicklung einer modernen Lehrerbildung darstelle. Sie bereite die Lehrkräfte auf die gestiegenen Anforderungen des Lehrerberufs bestens vor, betonten die Minister.


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